Postkarten und ein tolles Phaenomen

„Schreib mir bitte ‘ne Postkarte“ – Wie oft habe ich den Satz gehört, bevor ich gefahren bin.

Meine Antworten: „Klar, natürlich, mal sehen was sich machen lässt, auf jeden Fall,….“ eigentlich immer das Selbe, was man sagt, wenn einem diese Frage gestellt wird.

postcard Ich bin  nun endlich in dem Land, in dem ich sein will und aus dem Gepäck fällt mir eine ewig lange Liste mit Adressen entgegen. „Ach ja, Postkarten sollte ich ja auch noch schreiben“, der erste Gedanke beim Anblick des Papiers. „Aber nicht jetzt, erst mal an den Strand“, der zweite.

So schiebe ich das dann vor mir her und denke kaum noch daran, es wirklich zu tun. Der Urlaub ist großartig, ich habe jede menge Spaß, treffe neue Menschen und genieße die Zeit. Schnell sind ein, zwei oder mehr Wochen vorbei und ich muss meine Koffer für die Rückreise packen.

Doch als ich in den Koffer schaue kommt es mir in den Kopf geschossen: „Mist, ich hab diese dämlichen Postkarten total vergessen“.

Also nichts wie los, auf dem Weg zum Flughafen noch schnell einen Stapel Postkarten gekauft und sie in der Wartehalle geschrieben. Natürlich mit dem üblichen Text.

„Mir geht es prima, das Wetter ist schön, das Wasser warm und die Leute super. Viele Grüße“

mehr passt meistens nicht drauf, weil ich dann doch nicht mit der kleinsten Schrift schreibe und so oder so keine Zeit habe, ausführlich oder persönlich zu werden.

Zurück in der Heimat bekomme ich dann meistens den Satz zu hören: „Du schreibst aber auch jedea Jahr das Gleiche“. Die Antwort: „Na ja du weist ja besonders war es auch nicht.“

postcard Warum schreibt man eigentlich Postkarten, wenn man es eh nie schafft persönliche Nachrichten zu übermitteln. Erstens ist der Platz dafür viel zu klein und zweitens ist man doch froh endlich mal aus dem Alltag von Zuhause entfliehen zu können. Warum sollte man dann auch bei einem Caipi und Strand lange persönliche Texte an Freunde und Verwandte verfassen?

Wenn ich etwas zu sagen habe, was so einmalig ist, kann ich dich sicher auch bis zur Rückreise warten und das Ganze dann persönlich tun. Es ist sowieso schöner, bei einem Gässchen Wein Urlaubsbilder zu zeigen und von den Erlebnissen zu berichten. Erst dann werden die Freunde richtig neidisch und bereuen nicht mitgekommen zu sein.

Also lasst die Postkarten, Postkarten sein und genießt euren Urlaub!

Ich kann nur sagen, hier ist es ganz einfach die Postkarten zu vergessen. Es gibt keine. Die Post ist so zuverlässig, wie die Bahn zu spät kommt und einen Briefkasten habe ich auch noch nicht gesehen.

Und da ich dieses Mal wirklich ein paar Karten schreiben wollte, muss ich mich dafür entschuldigen es nicht getan zu haben.

Wer aber trotzdem eine möchte, darf sich gerne meine beiden Entwürfe ausdrucken und den text selbst drauf schreiben (jetzt kennt ihr ihn ja).

Wenn ich zurück bin signiere ich sie euch auch höchst persönlich.

Liebe Grüße

der Ben

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