Marketing – auf die richtige Art?!?
Heute saß ich mal wieder beim Frühstück vor dem Fernseher und sah mir die Nachrichten an. Ein Top aktuelles Thema hier ist das Erdbeben in Peru. Da meine Gastfamilie aus Peru kommt, sind diese News natürlich sehr interessant. Zwischen den ganzen Katastrophenbildern sah ich allerdings etwas sehr interessantes.
Die Regierung von Venezuela schickt hunderte Essenspakete nach Peru um der Bevölkerung zu helfen. Das ist natürlich kein schlechter Gedanke und eine notwendige Geste, allerdings sind alle Produkte mit dem Gesicht und dem Schriftzuge der Regierung Chavez bedruckt.
Die Idee, Lebensmittel als Werbefläche zu nutzen ist nicht neu und auch schon oft genutzt worden. Der Hintergrund, wie mir dann berichtet wurde, ist allerdings in diesem Fall ein Anderer.
Die Regierung bedruckte diese Wahren as Werbemittel vor der Wahl und gibt sie nun an das Unglück geplagte Peru um dem Nachbarland zu zeigen: „Venezuela ist der Größte und hilft Anderen. So unterstützt uns und gebt uns eure Zustimmung.“
Eine ziemlich harte Methode um in einem Krisenland Werbung für sich zu machen. Die Bevölkerung hier ist da nicht so Glücklich drüber.
Ein weiteres Beispiel, von dem mir berichtet wurde, spielt sich in den ärmeren Regionen des Landes ab.
In den Bergen, wo auch ich in der letzten Woche war (siehe hier), gibt es nur sehr selten Schulen. Diese Schulen werden hauptsächlich von der Kirche betrieben und betreut. So bekommen die Kinder dort ein Frühstück und ein Mittagessen.
Nach dem Machtwechsle der Regierung hat diese die Schulen unter ihre Fittiche genommen. Zu Beginn dieser zeit wurde immer noch vor dem Essen zu Gott gebetet und ihm für das Selbige gedankt. Allerdings mussten die Kinder dabei die Augen schließen. Als sie sie wieder öffneten, war das Essen weg und ihnen wurde erklärt, Gott gibt uns kein Essen. Also lasst uns noch mal beten und der Regierung danken. Als sie wieder die Augen öffnen, haben sie auch einen Teller mit Essen vor sich.
Sehr harte Methoden, um die ganz kleinen für sich zu gewinnen.
Das Ganze wollten sie in einer anderen Form auch an den Universitäten probieren, das ist aber nicht so ganz geglückt.
Eine Regierung sollte meiner Meinung nach mit etwas humaneren und freundlicheren Methoden Werbung für sich machen