Fazit – CEED in Venezuela

Nach zwei Wochen bin ich wieder im Alltag und habe das Erlebnis in Venzuela schon fast vergessen….. Nein, so schlimm ist es nicht.
Zwei Wochen sind seit meinem Abschied in Barquisimeto vergangen und ich hatte inzwischen Zeit das Erlebte zu verarbeiten und zu realisieren, was überhaupt alles passiert ist.
Ich möchte euch hier ein Resümee meines CEEDs in Venezuela geben.

Taking responsibility Seminar Caracas 2007 Ein CEED ist ein interkulturelles Austauschprogramm, dass man in der Studentenorganisation AIESEC machen kann. Dabei fährt man in ein anderes Land, wohnt in Familien der AIESECer und arbeitet im dortigen Lokalkomitee. Dadurch bekommt man die Chance, ein Land in einer recht kurzen Zeit sehr gut kennen zu lernen.

Ich kann auch meiner jetzigen Erfahrung berichten, es funktioniert wirklich. Ich war genau 9 Wochen in Venezuela und weiß nun einiges über das Leben und das Land.
Aber zurpck zu meinen Tätigkeiten.

Ich hatte mich eigentlich beworben um den AIESECern dort bei der Öffentlichkeitsarbeit und dem Marketing zu helfen. Dieser Bereich war in Barquisiemto bis vor kurzem nur mit einer Person besetzt und er benötigte Hilfe. Durch das mein Studium in PR & Kommunikationsmanagement sah ich das als gute Chance an, mein erlerntes Wissen in der Praxis zu testen.
Doch als es soweit war, ich in Venezuela ankam, war alles ganz anders. Wir haben das komplette Lokalkomitee, das nur aus 4 Personen bestand, erst einmal komplett neu strukturiert und von Grund auf neu aufgebaut. Mit diversen Analysemethoden wurde die aktuelle Situation evaluiert und neue Ziele für das nächste halbe Jahr gesetzt, eine neue Strategie aufgestellt mit der man das Lokalkomitee voranbringen kann und ein Plan entwickelt, mit dem man neue Member werben kann.

Die Memberwerbung ging auch direkt los und wir konnten einen recht großen Erfolg verbuchen. Jetzt sind sie 25 Member und alle sind motiviert AIESEC voran zu bringen und die neuen Pläne umzusetzen.
Ich habe viel über die Mentalität und die Arbeitseinstellung der Südamerikaner gelernt. Sie arbeiten nicht so zielbewusst und strickt wie die Europäer. Ebenfalls sind Termine nur sekundär, hat meinen einen Termin um 10 kann es gut mal vorkommen, dass das endgültige Gespräch dann erst um 12 stattfindet. Was im Grunde nicht schlimm ist, denn es funktioniert trotzdem alles und alle Aufgaben werden erledigt.

So sah mein Arbeitsalltag aus. Ich saß viel vor dem PC und habe Berichte und Konzepte geschrieben. Aber das war noch lange nicht alles.

Die Landschaft und das Land musste ja schließlich erkundigt werden.
Und dazu gab es jede Menge Leute, die mir sehr gerne ihr Land gezeigt haben. Jedes Wochenende ging es an einen anderen Ort. Interessante und schöne Strände, hohe Berge und ab und zu ein kühler Wind haben das ganze recht abwechslungsreich gestaltet.
Venezuela ist ein sehr unterschiedliches Land, man liegt am Strand und 100 km entfernt gibt es Berge, die über 1000 Meter hoch sind. Diese Kontraste habe ich in so kurzer Entfernung nur in Norwegen erlebt. Und alles ist hier sehr grün. Nicht ein Grün, wie wir es aus Europa kennen, es ist sehr viel intensiver und dunkler.
Ebenso gibt es aber auch trockene und öde Ebenen, in denen man sich nicht so gerne aufhällt, da es keine schattenspendenden Plätze gibt. Denn heiß ist es überall, 25 – 38 Grad täglich. Wenn kein Wind geht ist es ziemlich unerträglich.

Das veranlasst die die Menschen auch dazu ständig eine Klimaanlage laufen zu lassen. Man kann sagen, sie sind süchtig danach. Überall wo man hinkommt wird die Luft künstlich runter gekühlt. Auch wenn es eigentlich ganz angenehm ist, werden diese Maschinen angeworfen. Und sollte es dann mal zu kalt sein, wird eben wärmere Kleidung angezogen.
Daran kann man auch erkennen welchen Lebensstiel die Venezoelaner pflegen. Sie machen sich kaum Gedanken über Umwelt und über Rohstoffe. Auch wen Venezuela ein Dritte-Welt-Land ist, ist es doch eines de reichsten der Welt. Es gibt enorme Erdölvorkommen und das Land ansich ist recht reich, nur wird das Geld nicht an die Bevölkerung weitergegeben. Das macht das Land doch wieder recht arm. Wobei das Benzin billiger ist als Wasser und daher gibt es jede Menge Autos, die sich absolut nicht nach den aktuellen Klimabestimmungen richten.
Auch in den großen Städten sieht man diesen Kontrast recht stark. Es gibt sehr reiche Viertel allerdings aber auch Stadtteile, in denen man nicht mal fließendes Wasser hat.
Wie gesagt, ein Land mt starken Kontrasten.

Die Menschen, die ich kennen gelernt habe und mit denen ich die 9 Wochen über unterwegs war, sind einfach super. Ich habe schon lange nicht mehr so offene Personen getroffen, Jeder möchte mit einem reden und interessiert sich dafür, wo man herkommt, was man macht und wie es einem in Venezuela gefällt. Ich wurde von der ersten Minute an super aufgenommen und habe viele neue Freunde gefunden.

Zum Schluss als kurze Zusammenfassung, ich kann nur jedem empfehlen, genau das Gleiche zu machen wie ich. Wenn ihr diese Chance bekommt, nehmt sie war, denn ihr werdet einiges lernen. Nicht nur für den Beruf auch fürs Leben. Ich habe einiges gelernt und Spaß gemacht hat es auch.

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