Barcamp – die beste Konferenzform?
Es wird langsam Herbst und die Konferenzsaison geht wieder los. Fast jedes Wochenende findet eine Konferenz zu einem bestimmten Thema statt und man kann sich kaum entscheiden wo man als erstes hingehen soll und aus welcher Konferenz man den meisten Nutzen zieht.
Eines fällt bei der großen Auswahl an Veranstaltungen allerdings auf. Das Wort „Camp“ wird immer gebräuchlicher. Ein Camp kann z.B. das Castlecamp in Kaprun oder das Barcamp Hamburg sein. Diese Veranstaltungsform mit der besonderen Bezeichnung hat sich in den letzten Jahren etabliert und ist zu einem feststehenden Begriff geworden.
Ein Barcamp ist eine Konferenzform bei der in der Regel das Hauptthema festgelegt wird. Alles Weitere wird spontan und je nach Interesse während der Konferenz festegelegt. Die Einzelnen Präsentationen und Diskussionsrunden werden am Anfang jedes Konferenztages kurz vorgestellt, das Interesse der Teilnehmer abgefragt und bei Bedarf im Anschluss durchgeführt. Der Vorteil dieser Konferenzform ist, dass jeder Teilnehmer auf seine Kosten kommt und vor allem von den Erfahrungen der anderen Teilnehmer lernt. Durch diese offene und spontane Form ist der Austausch unter den Teilnehmer ebenfalls intensiver und Gespräche kommen einfacher zu Stande als auf „normalen“ Konferenzen mit Frontalvorträgen.
Auch ich war schon auf diversen Barcamps und habe diese schätzen gelernt. Allerdings behaupte ich, dass diese Form eines Erfahrungsaustauschs nicht die perfekte Art und Weise ist. Der persönliche Austausch ist sehr intensiv aber nicht von allzu langer Dauer. Jeder ist auf dem Sprung zur nächsten Session und die Pausen sind in der Regel recht kurz. Ein wirklich ausgiebiger Erfahrungsaustausch kommt meistens doch nicht zustande.
Vor knapp zwei Monaten habe ich mich mit 10 anderen Personen aus der Tourismusbranche im Wendland getroffen und ein Wochenende lang im Kartoffelhotel „eingeschlossen“. Dieses Treffen kam eher spontan zustande. Über Facebook schrieb mir ein Bekannter ob ich nicht Lust hätte dabei zu sein und mich ein bisschen über Social Media im Tourismus auszutauschen und ein entspanntes Wochenende zu erleben.
Dieses Wochenende war meiner Meinung nach zielführender als jede andere Konkurrenz. Durch die kleine Gruppe und kein entsprechenden Zeitdruck wurden Themen in aller Ruhe und Ausführlichkeit besprochen und man konnte von den Erfahrungen am Meisten mitnehmen. Auch das Freizeitprogramm trug dazu bei jeden einzelnen besser kennen zu lernen.
Eigentlich sind Treffen dieser Art die ideale Ergänzung zu normalen Konferenzen, die dazu dienen entsprechende Kontakte zuknüpfen. Trifft man sich im Anschluss mit einer kleineren Gruppe entsteht ein Kreis von Personen, die einem bei jeder Frage qualifiziert und auch ausführlich weiterhelfen können. So auch nach dem Wochenende im Wendland. Alle zusammen steht man über facebook in Kontakt und tauscht sich auch heute noch täglich über Fachthemen oder jedes andere Thema aus.
Ich plädiere also dafür, solche Treffen mit verschiedenen Personengruppen reglmäßiger einzuführen, da sie am meisten zum effektiven Erfahrungsaustausch beitragen. Was denkt ihr?
(Bild von ideas4hotels)
sehe ich genauso, Ben. An dem Beitrag gibt es leider nicht viel zu mäkeln ;)
Tendenziell sind diese BarCamps aber eine ziemlich nerdige Sache, bzw. ziehen immer eine bestimmte Zielgruppe an…deshalb finde ich deinen Vorschlag der Ergänzung zu einer “normalen Konferenz” gut.
Ich glaube das ist eine Generationensache…die meisten älteren mitmenschen kriegen wir wohl nicht mehr dazu, an so einem lockeren, informellen Dialog, der Professionalität mit dem lockeren spielend verbindet teilzunehmen (an Hotelbars/Konferenzbars wurde unter Kollegen nach dem formellen Teil glaube ich auch in unserer Elterngeneration gesoffen und gequatscht — nur wurde dass stärker vom offiziellen getrennt).
Diese Barcamps ziehen aber dennoch immer stark eine bestimmte Gruppe an, die für ihren Beruf leben, und kein Problem damit haben, immer in irgendwelchen Netzwerken aktiv zu sein….aber das ist eine andere Diskussion…
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