Sex und seine Krankheiten

Ich wollte schon immer mal über das Thema Sex schreiben auch wenn es in Blogs eigentlich ein Tabuthema ist.

Ich bin ja gerade in Afrika und Afrika ist dafür bekannt, dass es eine sehr hohe AIDS-Rate hat. Das liegt, wie bei vielen sozialen Problemen an der Bildung. AIESEC hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem entgegen zu wirken und ein spezielles Programm ins Leben gerufen.

ASK heißt das Programm und es sieht folgendermaßen aus:
Praktikanten aus der ganzen Welt kommen in eines der Afrikanischen Länder um an verschiedenen Schulen über HIV & AIDS zu unterrichten bzw. die Schüler über Geschlechtsverkehr und seine Folgen aufzuklären.

Die Schüler sind in der Regel zwischen 14 und 18 Jahre alt und haben im besten Falle schon mal was von Verhütung gehört. In der Regel wissen sie nicht einmal richtig wie der ganze Geschlechtsakt funktioniert und wie die Begriffe, die sie im TV aufschnappen in Wirklichkeit aussehen. Eigentlich eine erschreckende Tatsache.

Nun aber zurück zur Krankheit. Als das Thema Verhütung angesprochen wird, gibt es Schüler die der Meinung sind, dass eine Socke mit einem normalen Gummiband zur Befestigung völlig ausreichen würde. Auch beim tatsächlichen Anblick eines Kondoms schrecken sie eher zurück, als dass sie sich damit auskennen würden.

Nach einigen Gesprächen in unserer Praktikantenrunde haben wir uns gefragt warum sie so schreckhaft Kondomen gegenüber sind. Unsere Vermutung ist, dass sie so etwas einfach noch nie gesehen haben, geschweige den benutzt haben. Woher sollten sie das auch bekommen. Ganz ehrlich, ich hab in ganz Accra noch kein einziges Kondom gesehen das man kaufen könnte.

Du bekommst sie nicht in Apotheken, nicht in westlich orientierten Supermärkten und erst recht nicht bei den diversen Damen die alles Mögliche am Straßenrand verkaufen. Für mich trät dieser Fakt sehr wohl zur hohen AIDS-Quote bei. Zumal sich hier kaum einer trauen würde in ein Krankenhaus zu gehen und nach einem Kondom zu fragen. Sex ist Tabuthema. Und nicht nur Sex auch über Schwule, Lesben und anders orientierte Menschen wird nicht gesprochen und es erst recht nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Ich habe es hier schon öfters erlebt, dass einer der Ghanaer seine Freundin dabei hatte und man erst mitbekommen hat, dass es seine Freundin ist, als sie es einem erzählt hat. Händchen halten sieht man ab und zu mal, meistens bei Jungs da ist das ganz normal aber geschlechterübergreifend ist schon recht selten. Wenn du dann noch ein Pärchen küssen siehst hast du quasi gerade im Lotto gewonnen.

Die Ghanaer sind in dieser Hinsicht sehr konservativ eingestellt, was sicher mit ihrer Religion und ihrem tiefen, meiner Meinung nach manchmal zu übertriebenen Glauben zu tun.

Als mich wundert es nicht, dass AIDS hier sehr verbreitet ist und ja, man muss genau mit der Bildung der Menschen anfangen um ihnen dieses Thema bewusster und vor allem vertrauter zu machen. Danach sollten sie aber Anfangen Kondome anzubieten, sonst bringt auch die ganze Aufklärung nichts.

P.S. die Tatsachen in diesem Bericht stammen von einem Freund, der ein solches Praktikum gemacht hat und aus eigener Erfahrung.

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2 Antworten zu “Sex und seine Krankheiten”

  1. Jannes 26. Dezember 2008 am 18:03 #

    …es ist wohl auch der christliche dogmatische glaube, dass Kondome”, bzw. Empfängnisverhütung unsittlich ist – dementsprechend verbreitet sich AIDS, anstatt dass der Papst seinen Missionaren in Afrika sagt, dass sie diese Gummindinger empfehlen, oder sogar verteilen sollten.

    Die Wurzel allen Übels liegt größtenteils also im Vatikan.

    Aufklärung hilft hier, zumindest als erster Schritt, also nur beschränkt, der Papst hat hier das große Zepter in der Hand.

    Sicherlich spielen andere Faktoren noch hier rein: Dadurch, dass viele Männer gerne ohne Kondome “rummachen”, und die Frau in diversen afrikanischen Ländern nichts zu sagen hat, kann sie auch nicht den Kondomgebrauch verlangen. Vielleicht darf man die Gleichung aufstellen: Mehr effektive Entwickulungshilfe=mehr Bildung=Mehr Emazipation=weniger AIDS

    Dann ist zumindest die religiöse Barrikade, Kondome zu verwenden, erstmal weg.

    Schade, dass es wohl auch so einfach nicht ist…

  2. Felix 8. Januar 2009 am 16:27 #

    In Togo gibt es teilweise mehr Angebote an Kondomen, aber vor allem auch von Ständen, die von Hilfsorganisationen aufgestellt werden. Bei unseren Aufklärungstouren wussten die Kids teilweise worum es ging, waren aber eigentlich nur auf die Kondome scharf. Aber das Interesse wurde auch nicht 100% deutlich …
    http://www.youtube.com/watch?v=ErYcScPcaHg&feature=related

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