Ghana: ein Fazit
Nun bin ich schon eine ganze Weile wieder in Deutschland und Ghana ist in weite Ferne gerückt. Mit etwas Abstand zu dieser intensiven Zeit kann ich mich auch an ein Fazit zum Aufenthalt in Afrika wagen.
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Wieder in Deutschland angekommen hatte ich auch endlich den Kulturschock, den ich eigentlich bei meiner Ankunft in Ghana erwartet hatte. Alles war sauber, aufgeräumt, geordnet und die Menschen haben sich über eine kurze Verspätung des Zuges aufgeregt. Alles beim alten, doch recht komisch für mich und auch sehr ungewohnt.
Ghana war im Gegensatz dazu relaxt, nicht organisiert und um ein vielfaches freundlicher als ich es erwartet habe. Zuallererst ist es die Masse an Menschen, die einem hinterher starren, kleine Kinder, die aus Angst vor einem weglaufen aber auch herkommen um zu sehen ob diese weiße Haut wirklich echt ist und nicht angemalt. Die ersten beiden Monate habe ich mich ein bisschen gefühlt wie ein Tier im Zoo oder wie ein schwarzer Mensch, der in eine ländliche Region kommt, in der sie noch nie einen Farbigen gesehen haben.
„Oboruni, Oboruni“ hört man von überall und am besten man dreh sich um und antwortet „Bibini, ete sen“. Dann freuen sie sich, dass man auch ein paar wenige Worte einer ihrer Sprachen beherrscht. Das macht den Umgang mit Ghanaern gleich viel einfacher und noch mal ein Stück freundlicher.
Nun aber ein paar Zeilen zu meiner Arbeit. Ich war bei der Global Media Alliance eingestellt worden um Onlinemarketing einzuführen. Ein ziemlich schwieriges Unterfangen, wenn Strom oder Internet immer mal wieder ausfallen. Dazu kommt noch, dass das Internet nur zum eMail-Schreiben genutzt (in den meisten Fällen). Die Netzabdeckung ist nicht besonders, wobei man Mobil überall online gehen kann. Manche Dinge sind eben doch anders als in Europa.
Im Endeffekt habe ich eine gewisse Zeit die Sonntagszeitung designed, Events organisiert, beim Wahlkampf geholfen und andere kleinere Dinge gemacht, die in diesem Medienunternehmen anfielen. Alles war gemütlicher, langsamer und entspannter als man es von hier kennt. Ein kleines Beispiel dazu: Wir haben ein Kinokomplex eröffnet und saßen während der ersten Vorstellung noch im Büro und haben die Tickets dafür gedruckt. Gestört hat es keinen.
Ich habe zusammen mit Praktikanten aus 16 Ländern 6 einmalige Monate erlebt und die verrücktesten Dinge unternommen. Wir haben viel vom Land gesehen (außer Elefanten) und die besten Partys meines Lebens gefeiert.
Ghana und vor allem das AIESEC Praktikum hat sich für mich in jeder Hinsicht gelohnt. Ich konnte eine mir total fremde Kultur kennen lernen und habe jede Menge neue Freunde in den unterschiedlichsten Ländern gefunden. Jeder der diese Chance hat, sollte sie auch wahrnehmen.
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