die Unterschiede zwischen den Kulturen

Mein Afrika-Abenteuer ist nun schon fast wieder ein halbes Jahr vorbei und doch ist dieser Kontinent präsenter als gedacht.

Gehe ich durch Hamburgs Straßen sehe ich viel mehr Farbige als noch vor einem Jahr, wobei die sicher auch schon da waren und nicht erst alle kamen, als ich weg war.

In der Uni hört man aber auch immer mehr über den schwarzen Kontinent. Projekte und Vorlesungen werden zu den verschiedensten sozialen und wirtschaftlichen Themen aus dem Boden gestampft oder vielleicht doch sehr überlegt angeboten. Eines dieser Projekte heißt „AfriCAN“ und wurde von einer Projektgruppe der Studentenorganisation AIESEC in Hamburg ins Leben gerufen.

AfriCAN

Sie wollen mit ihrem einjährigen Projekt auf die Länder in Afrika aufmerksam machen und Afrikanischen Studenten helfen, über das eigene Austauschprogramm, einen Praktikumsplatz in Deutschland zu finden. Ein Erster wurde schon vermittelt und so konnte Evans aus Nigeria vor ein paar Wochen seine Arbeit im Hamburger Start-Up bab.la beginnen.

Dieser Beitrag verdankt seinem Leben aber nicht der Tatsache dass Evans jetzt in Deutschland ist, sondern dem Event „Black Paradies – White Poverty “. Dies war eine Podiumsdiskussion bei der Vorurteile und Erwatungen von Afrikanern an Europa und Europäern an Afrika aufgeklärt und besprochen werden sollten. Auch ich nahm an dieser Diskussion teil. Die Gesprächsrunde, bestehend aus vier Deutschen und zwei Afrikanern öffnete mir die Augen in dem Sinn, dass Afrika und Europa gar nicht so verschieden sind wie man eigentlich immer denkt.

Zur Frage was wir unter dem Titel der Veranstaltung verstehen, wurden mit keinem Wort die wirtschaftlichen Unterschiede erwähnt. Im Prinzip ist es egal ob Afrika mehr oder weniger Geld als Europa hat. Vielmehr wurde die Frage damit beantwortet, dass die Europäer das Leben verlernt haben. Sie stecken in Ihrem festen Modell des geplanten Tagesablaufes fest, haben kaum Zeit um etwas für sich zu tun und zu improvisieren. Sie haben das fröhlich sein verlernt, da sie immer nur darauf getrimmt werden, das Beste zu leisten und sich immer weiter zu entwickeln bzw, erfolgreich zu sein. Ein Afrikaner dagegen ist es gewohnt zu improvisieren und den Tag zu nehmen wie er kommt. Er braucht für viele Aufgaben mehr Zeit, sieht es aber auch nicht als schlimm an, wenn es dann nicht morgen schon fertig ist. Das kann ein Vorteil sein, den sich der Europäer sehr gerne abschauen darf, denn dieser könnte in vielen Situationen etwas mehr Lässigkeit gebrauchen um nicht gleich wieder zum nächsten Nervenarzt gehen zu müssen.

Ein anderes und viel wichtigeres Thema war aber, wie man sich begegnet. Was passiert, wenn Europäer nach Afrika kommen oder Afrikaner nach Europa. Zuerst, wie man sich das denken kann, ist alles Fremd, ungewohnt und beängstigend.
Als Weißem wird einem ständig „weißer Mann“ hinterher gerufen und man wird nach allen möglichen Dingen gefragt, die man dich verschenken könnte. Sei es einen Flug nach Deutschland oder nur ein paar Euros.

Das alles passiert aber nur weil die Personen durch Vorurteile geprägt sind und diese gerne bestätigt wissen. Diese Unwissenheit macht ebenfalls eine sehr ängstliche Haltung und Reaktion aus. Man versucht es dem Gegenüber nur Recht zu machen und will, dass es ihm so gut wie möglich geht. Das sieht man z.B. daran, dass man in Afrika als Weißer einen Stuhl bekommt, auch wenn der Rest der Familie auf dem Boden sitzt. Laüidar gesagt, sie denken, wir könnten das nicht.
Erst nach einer ganzen Weile und vielen Informationsaustauschen wird diese Hürde abgebaut und man beginnt einander zu verstehen.
Bei der Diskussion kam heraus, dass es nicht nur uns Deutschen so geht sondern, dass auch die Afrikaner exakt die gleichen Probleme haben. Das verbindet uns schon ein bisschen mehr und alleine mit diesem wissen wir die nächste Begegnung mit einer Person aus einer anderen Kultur einfacher und unbeschwerter sein.

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Eine Antwort zu “die Unterschiede zwischen den Kulturen”

  1. JannesR 10. August 2009 am 01:31 #

    Für viele Länder in Afrika ist nun mal eine bessere Wirtschaft notwendig, um einfach Grundbedürfnisse zu stillen. Das kann und sollte man nicht mit der Aussage wegwischen, das deshalb Afrikaner(alle?) mehr improvisieren — klar. geht ja auch nicht anders…
    Folgende Aussage finde ich extrem zynisch und romantisierend.:
    “Sie stecken in Ihrem festen Modell des geplanten Tagesablaufes fest, haben kaum Zeit um etwas für sich zu tun und zu improvisieren. Sie haben das fröhlich sein verlernt, da sie immer nur darauf getrimmt werden, das Beste zu leisten und sich immer weiter zu entwickeln bzw, erfolgreich zu sein. Ein Afrikaner dagegen ist es gewohnt zu improvisieren und den Tag zu nehmen wie er kommt.”

    Zwar willst du Vorurteile auflösen, aber mit so einer Aussage reproduzierst du sie ja auch…

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