Deutschland – so präsent wie nie

Deutschland ist hier viel präsenter als man denkt. In erster Linie wird man  mit Deutschland konfrontiert wenn man in einem Taxi sitzt. In 80 % der Fälle hat man eine heimische Flagge vor den Augen. Die Windscheiben sind mit verschiedenen Aufklebern zugekleistert, die diverse Versicherungen, Führerscheinbesitz, Taxizulassung und andere Dinge symbolisieren. Auf der Innenseite werden diese Aufkleber dann mit schönen Nationalflaggen verdeckt. Die Flaggen stammen meistens von den Ländern, von denen der Fahrer träumt. Ein Hauptreiseziel ist, neben Jamaika und Norwegen, Deutschland. Der erste Gedanke der Taxifahrer ist, dass das Geld bei uns auf der Straße liegt und der zweite, die schönsten und besten Autos werden dort produziert.

Nicht nur die Aufkleber konfrontieren einen mit der Heimat auch die ständig präsenten Flaggen in oder an den Autos. Konnte man zu WM und EM Zeiten noch jede Menge Fahnen an den Autos sehen, sind sie jetzt wieder verschwunden. Ich vermute mal sie wurden, so wie fast alles hier, nach Ghana exportiert. Hier sieht man sie täglich und überall auf der Straße.

diewahrereligion.de Der Grund warum ich diesen Eintrag schreibe ist allerdings ein ganz anderer. Tingelt man durch die Stadt begegnet man unweigerlich den Trotros. Das ist die wohl popilärste Fortbewegungsart in ganz Ghana. Alte oder auch neuere Kleinbusse, die mit 16 – 20 Plätzen ausgestattet sind. Einer Fährt, ein anderer hängt sich zum Fenster heraus und schreit den Zielort in die Landschaft. Der Rest der Insassen teilt sich den wenigen Platz, der vorhanden ist. Trotro sind keine öffentlichen Verkehrsmittel, zumindest nicht in der Hinsicht, da sie nicht vom Staat mitfinanziert und organisisert werden. Das passiert hier alles in Eigenregie. Wer Geld hat kauft sich einen alten Bus und startet nach vielen Behördengängen (angemeldet werden muss das Business trotzdem) sein eigenes Trotro-Gewerbe. Die meisten Busse die hier rumfahren kommen aber, wen wunderts, aus Deutschland. Viele gehörten Tischlereien oder anderen Handwerksbetrieben. Wenn deren Besitzer wüssten was aus ihren alten Gefährten geworden ist, könnten sie stolz oder aber auch beängstigt sein. Man sieht dann doch ab und zu mal die Straße durch das Bodenblech. Immerhin fahren sie noch auch wenn es eine ziemliche Umweltverschmutzung ist. (Das kümmert hier aber keinen)

Ich dachte mir, ich halte einfach mal ein paar Fahrzeuge fest, die mir so vor die Linse kommen und stelle sie euch zur Verfügung. Heute auf dem Weg zur Arbeit hab ich dann mein Highlight gesehen. Ein Kombi mit einem Heckscheibenaufkleber einer Internetseite. Wenn man diese Besucht kommt man zur “einzig wahren Religion” – dem Islam. Interessante Seite, leider ohne Kontaktdaten. Hätten sie welche, würde ich auf jeden Fall mein Foto vorbeischicken.

Ich werde im Laufe der Zeit noch ein paar mehr Bilder online stellen, vor allem das von einem Trotro das ursprünglich aus Tuttlingen kommt und diesen Schriftzug auch noch ganz stolz auf der Seite trägt.

Hier geht’s zu den Bildern >>

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