Zwei Wochen ohne Internet
Kennt ihr das: man sitzt täglich 8 und mehr Stunden auf der Arbeit vor dem Rechner. Verbringt die Zeit damit sich mittels Mail, Facebook, Twitter, Skype, Google+, etc. auszutauschen und die Nachrichten des Tages und aus seinem Beanntenkreis in Sekundenschnelle zu erfassen, irgendwo im Hirn ab zu speichern um sofort zum nächsten Thema weiter zu switchen. Man kommt Abend geschafft nach Hause, sett sich auf’s Sofa und schmeisst trotzdem noch mal den Rechner, Laptop oder ipad an um mit den Freunden zu kommunizieren oder einfach belanglose Dinge in sich aufzunehmen, was Andere von sich geben – ein ganz normales Leben mit der Sucht zum Internt.
Plötzlich kommt eine Zeit, in der man kein Internet hat, die Batterien der Kommunikationsgeräte sind leer und man hat keinen Empfang um mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Man existiert einfach nur noch und muss sich plötzlich mit sich selbst beschäftigen.
Viele Menschen können das nicht mehr und sich werden mit der Zeit nervös, unruhig und gehen ihren Mitmenschen auf die Nerven. Darunter leiden meistens die Partner und Freunde. So eine Situation sieht man schon wenn man eine 2-stündige Fährfahrt ohne Internet absolvieren muss. Viele schaffen es noch nicht mal dann, ein Buch zu lesen oder einfach nur das Wasser um sich herum zu genießen. Was nun aber tun, wenn diese Fährfahrt länger als zwei Stunden dauert?
Mir erging es den letzten beiden Wochen ähnlich. Der Urlaub stand an und es ging in die Schwedische-”Wildnis”. Kein Internet da zu hohe Roaminggebühren, kein Strom da man mit dem Rad unterwegs ist und plant wild zu Campen und auch kein iPad oder Laptop, da das überflüssige Gewicht nur auf dem Rad mitgeschleppt werden muss.
Also blieb das iphone und alle anderen Kommunikationsmittel Zuhause – zwei Wochen lang sollte ich ohne Internet auskommen.
Ein Experiment, das komischerweise sehr gut geglückt ist. Vorweg genommen, ich könnte es sofort wieder machen und auch gerne für länger.
Man beschäftigt sich wieder intensiver mit den Menschen. mit denen man unterwegs ist, beginnt die Kartenspiele auszupacken und braucht zum Einschlafen keine Musik oder keinen Podcast mehr – die Natur in den tiefen Wäldern spielt ihr eigens Lied.
Beeren sammeln und rudern wird die neue Hauptbeschäftigung und man beginnt einfach nur noch zu sein. Die sich ständig ändernden Gedanken und der nie endende Nachrichtenfluss hört auf und man beginnt die freie Zeit zu genießen.
Ein Zustand, der leider sehr selten ist und sich nicht nur während der zwei Wochen Urlaub im Jahr wiederholen sollte.
Bild: Sweden by s.alt
Irgendwie wollen wir doch alle aussteigen : )