Der Sinn eines Praktikums

Man hört ja ziemlich oft, dass junge Akademiker zu Taxifahrern werden. Das ist wohl wirklich der „Worst Case“ aber es kann schon was dran sein. Die Arbeitsplatzsituation sieht nicht immer sehr gut aus bzw. entspricht auch in vielen Fällen nicht den Vorstellungen der Studenten. Viele wünschen sich sofort eine gut bezahlte Managerposition, die sie natürlich nicht bekommen. Der Einfache Grund dafür: keine Praxiserfahrung.

Um diesem entgegenzuwirken hat sich meine Generation zur „Generation Praktikum“ entwickelt. Wir tingeln vom einen Praktikum zum nächsten und arbeiten meistens für sehr schlechte Bezahlung wie ein normaler Mitarbeiter. Es soll auch vorkommen, dass einfach nur für das Zeugnis und vor allem für den Namen der Firma der auf Selbigem steht, gearbeitet wird.
Dabei hat ein Praktikum auf jeden Fall seine Daseinberechtigung und ist auch sehr wichtig in der Entwicklung der persönlichen Erfahrung. Aber muss man deswegen gleich fünf oder sechs machen? Ich denke nicht.

Es geht weder um die Anzahl der Praktika die man absolviert, noch um die Höhe der Bezahlung die man dafür bekommt. Das Wichtigste ist doch der Inhalt der einem vermittelt wird. Ideal ist es, wenn man in seinem Praktikum einer direkten Person oder Abteilung untergeordnet wird. Wenn das nicht geht, da nicht genug Personal vorhanden ist, sollte man zumindest einen direkten Ansprechpartner haben, den man bei allen Fragen löchern kann.

Ein Praktikum ist schließlich ein Geben und Nehmen. Man bringt sich in ein Unternehmen ein, engagiert sich und hilft wo man nur kann um die Unternehmens- oder Projektziele zu verwirklichen. Zudem kommen noch die unbelastenden Ideen und Gedanken hinzu, die dem Unternehmen eine andere Sichtweise garantieren und so vielleicht zu einer anderen und besseren Lösung eines Problems helfen können. Auf der anderen Seite bekommt man dafür das Wissen des Unternehmens zurück. Es wird einem ein Einblick in neue Arbeitsfelder gewährt, die man so nicht bekommen würde. Man lernt dazu in einem Unternehmen zu überleben, zu handeln und zu existieren. Dabei stellt man ganz schnell fest, dass das was man in der Uni gelernt hat meistens nicht ausreicht um im Berufsleben über die Runden zu kommen.

Hat man also genug Erfahrungen durch Praktika gesammelt ist man bereit auf die normale Berufswelt losgelassen zu werden. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass man die Zeit in den jeweiligen Unternehmen auch sinnvoll genutzt hat und sich nicht seine Aufgaben selber suchen musste und einfach keine Ahnung hatte wie der Markt und die Branche funktioniert.

Nur qualifizierte Praktika bringen einen weiter und helfen einem nicht als Taxifahrer zu enden.

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