The Future of Publishing
Sollte man gesehen haben:
Wenn die Destination zur Heimat wird
Social Media und Tourismus gehören zusammen wie die Maultaschen zum Schwaben.
Seit Facebook und Co das Internet erobert haben sind Destinationen dabei, diese neuen Tools gewinnbringend für sich einzusetzen. Dass sie damit erfolgreich sind beweisen viele Aktionen und Blogposts zu diesem Thema.
Jüngst haben die Österreichischen Destinationen einen „Wettbewerb“ ins Leben gerufen mit dem der 10.000 Fan auf Facebook gefunden werden soll. Zell am See – Kaprun ging sogar soweit, dass sie dem 10.000 Fan eine Reise mit allen Vorzügen spendierte, wenn sie es als erste Österreichische Destination schaffen diese Marke zu knacken – der Gewinner wird übrigens morgen bekannt gegeben.
Aber was bringt diese ganze Aufregung um Fans, Follower und Abonnenten und warum soll man überhaupt Fan einer Urlaubsdestination werden?
cmb hat in seinem Blog vor kurzem ein paar interessante Zahlen veröffentlicht die besagen, dass 49% der Fans einer Marke Fan geworden sind weil sie Kunde oder Konsument selbiger sind. 42% wurden Fans weil sie ihren Freunden und Bekannten zeigen möchten, dass sie eine bestimmte Marke unterstützen und sich mit ihr in irgendeiner Art und Weise verbunden fühlen. Da sich täglich über 20 Millionen Personen als Fans von Marken äußern ist die Gruppe derer, die es aus Markentreue tun sehr groß.

Destinationen tun also alles, um möglichst viele Fans zu bekommen.
Viele Fans lassen sich natürlich nur sehr schwer unter einen Hut bringen und mit den richtigen Informationen versorgen. Umso zielgerichteter die Informationen sind desto länger und intensiver wird sich ein Fan mit der Destination befassen.
Facebook bietet dafür die Möglichkeit, dass bestimmte Informationen nur einer bestimmten Fangruppe zur Verfügung gestellt werden können.
Daraus resultiert, dass sich ein Fan irgendwann mit einer Destination so gut auskennt als würde es seine eigene Heimat sein (teilweise sogar besser). Dieses wissen ist das beste Marketingtool das eingesetzt werden kann um neue Gäste zu bewerben. Der Fan, ich nenn ihn mal Michael, weiß inzwischen so viel über eine Destination, dass es für ihn zur Selbstverständlichkeit gehört darüber zu reden und sich über Neuigkeiten zu informieren. Bekommt Michael nun Informationen die ihn interessieren und für die er sich begeistern kann, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit davon erzählen. Seine Freunde und Bekannten hören so von der Destination und zwar nicht aus Werbeprospekten sondern von emotionalen Erzählungen eines Freundes. Diese Empfehlungen und Berichte werden bei einer späteren Urlaubsentscheidung eine Rolle spielen.
Island betreibt diese Strategie im Moment sehr intensiv. Mit ihrer Kampagne „Iceland wants to be your friend“ vereinen sie Freunde an den Plätzen wo sie sich aufhalten – sei es Facebook, Flickr, Twitter oder Vimeo. Für jeden Geschmack ist etwas dabei und es wird der jeweils passende und zielgerichtete Content angeboten. Wird man auf einer dieser Plattformen Fan von Island bekommt man auch genau die Informationen die man haben möchte – inkl. Hinweis auf tiefergehende Quellen.

Die Fans werden von Interessierten zu Insidern und letztendlich zu sehr effektiven Multiplikatoren.
Werden es Destinationen schaffen ihre Fans in echte Insider umzuwandeln oder beißen sie sich daran die Zähne aus? Was denkt ihr?
Diskussionen beim Abendessen
Es gibt viele interessante Aktionen, wie Urlaubsdestinationen auf sich aufmerksam machen können. Die Schweiz lässt ihre Felsen putzen und Zell am See-Kaprun lädt sich die Skifahrer ins Skigebiet ein.
Warum auch nicht? Schneesicher, schön, jede Menge Abfahrten und eine reizvolle Landschaft bieten ideale Bedingungen um dem schönsten Sport der Welt nachzugehen. So viel die Werbung. Aber wie funktioniert das Ganze nun.

Jeder ist heutzutage online und spricht per Twitter, Facebook, Blog, … mit seinen Freunden, Bekannten und Geschäftskollegen. Warum also nicht da ansetzen, wo eh schon jeder ist. Das haben sich die Macher vom Tourismusverband Zell am See-Kaprun auch gedacht und ein grandioses Gewinnspiel ins Leben gerufen.
Man soll Sie überzeugen, warum man die prädestinierteste Person ist, die eine Woche Skiurlaub in Österreich auf jeden Fall verdient hat. Dazu kommt noch, dass man zeigen soll wie man die Anreise ins schöne Alpenland am besten gestalten kann. Dazu werden zwei Personen nach Kaprun eingeladen. Die eine fliegt, die andere fährt mit der Eisenbahn. Das Einzige was sie machen müssen: online darüber berichten.
Kein Problem, dachte ich mir, und habe von der ganzen Aktion beim Abendessen in der WG erzählt. Was dabei raus kam steht hier:
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Ein Elefant im Porzellanladen
Als ich gestern auf dem Weg zur Post war bot sich mir doch ein etwas anderer Anblick vor einem Porzellan-Geschäft in der Hamburger Innenstadt. Ein Elefant aß gemütlich seine Karotten und wurde von einer kleineren Menschenmenge bestaunt.
Eine Marketingaktion, die zumindest bei mir auf Unverständnis gestoßen hat. Warum sollte man den Spruch „Ein Elefant im Porzellanladen“ in der Realität umsetzen. Es ist zwar eine schöne Aktion um für kurze Zeit die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen hat aber längerfristig keinen großen Wert, da dabei keine Eigenschaften des Geschäftes rüber kommen.
Meiner Meinung nach sollte man Tiere nicht für solche Live-Aktionen einsetzen, wenn sie nicht extra dafür trainiert sind. Zumal der Elefant, laut Nummernschild des Transporters, eine weitere Reise hinter sich hatte. Es gibt sicher bessere Ideen und Aktionen, die einen große Aufmerksamkeit erregen, billiger sind und langfristiger positiv nachwirken.
außergewöhnliche Werbung mit hotpotch
Das Onlineprojekt von Alex und Matze nimmt immer konkretere Formen an und entwickelt sich ziemlich schnell weiter.
Hotpotch erfreut sich größter Beliebtheit und hat inzwischen die kritische Entwicklungsphase durchschritten. Es kann als eigenständiges und funktionierendes Startup angesehen werden. Die Usability und das Suchen nach Veranstaltungen wurde wesentlich verbessert und auf die Wünsche der Nutzer angepasst. Es geht voran und ich bin sehr zuversichtlich, dass die Seite noch größer wird und auch im ganzen Bundesgebiet auf Begeisterung stößt.
Ich wollte heute aber über eine Aktion schreiben, die wir uns zusammen vor längerer Zeit ausgedachten und vor kurzem umsetzen konnten. Die Frage war dabei, wie kann man ganz schnell sehr große Aufregung für ein neues Produkt bekommen und dabei ebenfalls Diskussionen darüber anregen. Eine schwere Aufgabe, die auch von großen Agenturen nicht immer mit Bravur gemeistert wird. Um das Projekt erfolgreich einzuleiten waren die Voraussetzungen ideal, denn hotpotch wird von den Machern einer der größten Süddeutschen Communities betrieben. Das gab den Gründern natürlich die Chance eine große Zahl an Internetnutzern zu erreichen. Nur wie macht man das nun.
Squadhouse, so heisst die Community wurde Anfang letzten Jahres komplett neu gestaltet und mit neuen Features ausgestattet. Der Relaunch wurde nicht von allen Usern positiv aufgenommen und sehr stark diskutiert. Andere Plattformen haben dieses „typisch deutsche Phänomen“ auch schon erlebt (z.B. Qype).
Diese Diskussionsfreudigkeit wollten sie sich zu Nutze machen. Auch auf die Gefahr hin, dass wieder sehr viel negativ gesprochen wurde entschieden sie sich dazu die komplette Community einen Tag lang im Hotpotch-Design online zu stellen. Das befürchtete ist eingetreten und es wurde jede Menge darüber gesprochen warum es jetzt schon wieder ein neues Design gibt und was das alles soll, zumal die Administratoren den ganzen Tag auch nicht zu erreichen waren.
Als am Tag darauf auch alles aufgeklärt wurde war die Begeisterung geteilt. Einige wenige waren von dieser Aktion nicht wirklich angetan aber der Großteil war hellauf begeistert. Die Zahlen von Hotpotch sind in den folgenden Tagen auch gewaltig gestiegen. Die Aktion hatte also gewirkt.
Schade nur, dass der Präsenzdruck von hotpotch wieder abgenommen hatte und das Interesse bei den Usern verloren ging. Da stellt sich jetzt natürlich die Frage ob man das Ganze hätte abwenden können. Meines Erachtens auf jeden Fall. Die Usern hätten weiter über Hotpotch informiert und auf dem Laufenden gehalten werden. Am besten sollte man sie durch Aktionen in die Entwicklung der Seite mit einbinden.
Eine Aufgabe die mit fehlender Manneskraft und Investoren leider nicht ganz so einfach ist.
Es würde mich interessieren wie ihr nach so einem Aufmerksamkeitshoch weitergemacht hättet.


