ART FOR EYE

Deutschland vs. Ghana - Wer tanzt besser?

Veröffentlicht in Ghana, Sport von Benjamin am 22. Juni 2010

Aus gegebenem Anlass habe ich etwas in meinem Bild-Archiv gestöbert und ein paar Bilder vom WM Qualifikationsspiel Ghana gegen Lesotho herausgekramt. Das Spiel fand in der Doppelstadt Sekondi-Takoradi statt. Das Stadion liegt direkt an der Küste und man hat einen grandiosen Ausblick über das Meer und die ersten Ghanaischen Ölplattformen (aber das ist ein anderes Thema).

Auf jeden Fall war dieses Spiel, zu dem ich auch eher unfreiwillig gekommen bin, meine erste Stadionerfahrung überhaupt. Es war mal wieder eines dieser Wochenenden an denen meine Kollegen am Strand lagen und ich doch noch spontan arbeiten musste. Es ging nach Takoradi um eine Fußball-Mannschaft zu fotografieren und interviewen, die gerade in die erste Liga aufgestiegen war. Es folgte Pressetermin auf Pressetermin und die Tour durch den Ort wollte kein Ende nehmen. Die Überraschung kam nach dem Mittagessen als es hieß wir müssen noch mal ins Stadion. Im Autokonvoi ging es, vorbei an wartenden und gut gelaunten Fans, ins Stadion zum Länderspiel.

Das Qualifikationsspiel am Rand des Spielfeldes zu erleben ist einen einmalige Erfahrung. Man betritt das Stadion und befindet sich in mitten eines Bienenstocks – so hört es sich zumindest an (Es waren keine Vuvuzelas vor Ort). Die Menschen auf den Rängen singen, tanzen und machen Musik. Es wird nicht gegrölt und gepöbelt – eine aggressive Stimmung ist nicht zu spüren. Man hat eher den Eindruck, dass sich alle sehr glücklich schätzen dieses Spiel live sehen zu dürfen – und sie sind es sicher auch. Jeder freie Platz wurde genutzt und man kann sicher behaupten, das Stadion war etwas zu voll.

Das Spiel selbst war mäßig spektakulär aber irgendwie auch nicht der Hauptfokus meines Interesses. Die Fans zu beobachten und ab und zu mal ein weißes Gesicht in der Menge zu erkennen, das in bester Laune mit allen umstehenden gefeiert, war weitaus interessanter als dem Ball hinterher zu schauen.
Da ich aber Bilder für die Onlinereportage des Sportsender machen sollte, blieb mir nicht anderes übrig als dem Spiel etwas Aufmerksamkeit zu schenken.

Ich bin also gespannt auf das morgige Gruppenspiel und wir werden sehen, ob die Ghanaer tanzen und die Deutschen siegen? Lassen wir uns überraschen.

Alle Bilder vom Spiel aus Ghana gibt es übrigens hier >>

die Unterschiede zwischen den Kulturen

Veröffentlicht in AIESEC, Ghana von Benjamin am 07. August 2009

Mein Afrika-Abenteuer ist nun schon fast wieder ein halbes Jahr vorbei und doch ist dieser Kontinent präsenter als gedacht.

Gehe ich durch Hamburgs Straßen sehe ich viel mehr Farbige als noch vor einem Jahr, wobei die sicher auch schon da waren und nicht erst alle kamen, als ich weg war.

In der Uni hört man aber auch immer mehr über den schwarzen Kontinent. Projekte und Vorlesungen werden zu den verschiedensten sozialen und wirtschaftlichen Themen aus dem Boden gestampft oder vielleicht doch sehr überlegt angeboten. Eines dieser Projekte heißt „AfriCAN“ und wurde von einer Projektgruppe der Studentenorganisation AIESEC in Hamburg ins Leben gerufen.

AfriCAN

Sie wollen mit ihrem einjährigen Projekt auf die Länder in Afrika aufmerksam machen und Afrikanischen Studenten helfen, über das eigene Austauschprogramm, einen Praktikumsplatz in Deutschland zu finden. Ein Erster wurde schon vermittelt und so konnte Evans aus Nigeria vor ein paar Wochen seine Arbeit im Hamburger Start-Up bab.la beginnen.

Dieser Beitrag verdankt seinem Leben aber nicht der Tatsache dass Evans jetzt in Deutschland ist, sondern dem Event „Black Paradies – White Poverty “. Dies war eine Podiumsdiskussion bei der Vorurteile und Erwatungen von Afrikanern an Europa und Europäern an Afrika aufgeklärt und besprochen werden sollten. Auch ich nahm an dieser Diskussion teil. Die Gesprächsrunde, bestehend aus vier Deutschen und zwei Afrikanern öffnete mir die Augen in dem Sinn, dass Afrika und Europa gar nicht so verschieden sind wie man eigentlich immer denkt.

Zur Frage was wir unter dem Titel der Veranstaltung verstehen, wurden mit keinem Wort die wirtschaftlichen Unterschiede erwähnt. Im Prinzip ist es egal ob Afrika mehr oder weniger Geld als Europa hat. Vielmehr wurde die Frage damit beantwortet, dass die Europäer das Leben verlernt haben. Sie stecken in Ihrem festen Modell des geplanten Tagesablaufes fest, haben kaum Zeit um etwas für sich zu tun und zu improvisieren. Sie haben das fröhlich sein verlernt, da sie immer nur darauf getrimmt werden, das Beste zu leisten und sich immer weiter zu entwickeln bzw, erfolgreich zu sein. Ein Afrikaner dagegen ist es gewohnt zu improvisieren und den Tag zu nehmen wie er kommt. Er braucht für viele Aufgaben mehr Zeit, sieht es aber auch nicht als schlimm an, wenn es dann nicht morgen schon fertig ist. Das kann ein Vorteil sein, den sich der Europäer sehr gerne abschauen darf, denn dieser könnte in vielen Situationen etwas mehr Lässigkeit gebrauchen um nicht gleich wieder zum nächsten Nervenarzt gehen zu müssen.

Ein anderes und viel wichtigeres Thema war aber, wie man sich begegnet. Was passiert, wenn Europäer nach Afrika kommen oder Afrikaner nach Europa. Zuerst, wie man sich das denken kann, ist alles Fremd, ungewohnt und beängstigend.
Als Weißem wird einem ständig „weißer Mann“ hinterher gerufen und man wird nach allen möglichen Dingen gefragt, die man dich verschenken könnte. Sei es einen Flug nach Deutschland oder nur ein paar Euros.

Das alles passiert aber nur weil die Personen durch Vorurteile geprägt sind und diese gerne bestätigt wissen. Diese Unwissenheit macht ebenfalls eine sehr ängstliche Haltung und Reaktion aus. Man versucht es dem Gegenüber nur Recht zu machen und will, dass es ihm so gut wie möglich geht. Das sieht man z.B. daran, dass man in Afrika als Weißer einen Stuhl bekommt, auch wenn der Rest der Familie auf dem Boden sitzt. Laüidar gesagt, sie denken, wir könnten das nicht.
Erst nach einer ganzen Weile und vielen Informationsaustauschen wird diese Hürde abgebaut und man beginnt einander zu verstehen.
Bei der Diskussion kam heraus, dass es nicht nur uns Deutschen so geht sondern, dass auch die Afrikaner exakt die gleichen Probleme haben. Das verbindet uns schon ein bisschen mehr und alleine mit diesem wissen wir die nächste Begegnung mit einer Person aus einer anderen Kultur einfacher und unbeschwerter sein.

Ghana: ein Fazit

Veröffentlicht in AIESEC, Ghana von Benjamin am 22. April 2009

Nun bin ich schon eine ganze Weile wieder in Deutschland und Ghana ist in weite Ferne gerückt. Mit etwas Abstand zu dieser intensiven Zeit kann ich mich auch an ein Fazit zum Aufenthalt in Afrika wagen.

Link: sevenload.de

Wieder in Deutschland angekommen hatte ich auch endlich den Kulturschock, den ich eigentlich bei meiner Ankunft in Ghana erwartet hatte. Alles war sauber, aufgeräumt, geordnet und die Menschen haben sich über eine kurze Verspätung des Zuges aufgeregt. Alles beim alten, doch recht komisch für mich und auch sehr ungewohnt.

Ghana war im Gegensatz dazu relaxt, nicht organisiert und um ein vielfaches freundlicher als ich es erwartet habe. Zuallererst ist es die Masse an Menschen, die einem hinterher starren, kleine Kinder, die aus Angst vor einem weglaufen aber auch herkommen um zu sehen ob diese weiße Haut wirklich echt ist und nicht angemalt. Die ersten beiden Monate habe ich mich ein bisschen gefühlt wie ein Tier im Zoo oder wie ein schwarzer Mensch, der in eine ländliche Region kommt, in der sie noch nie einen Farbigen gesehen haben.

„Oboruni, Oboruni“ hört man von überall und am besten man dreh sich um und antwortet „Bibini, ete sen“. Dann freuen sie sich, dass man auch ein paar wenige Worte einer ihrer Sprachen beherrscht. Das macht den Umgang mit Ghanaern gleich viel einfacher und noch mal ein Stück freundlicher.

Nun aber ein paar Zeilen zu meiner Arbeit. Ich war bei der Global Media Alliance eingestellt worden um Onlinemarketing einzuführen. Ein ziemlich schwieriges Unterfangen, wenn Strom oder Internet immer mal wieder ausfallen. Dazu kommt noch, dass das Internet nur zum eMail-Schreiben genutzt (in den meisten Fällen). Die Netzabdeckung ist nicht besonders, wobei man Mobil überall online gehen kann. Manche Dinge sind eben doch anders als in Europa.

Im Endeffekt habe ich eine gewisse Zeit die Sonntagszeitung designed, Events organisiert, beim Wahlkampf geholfen und andere kleinere Dinge gemacht, die in diesem Medienunternehmen anfielen. Alles war gemütlicher, langsamer und entspannter als man es von hier kennt. Ein kleines Beispiel dazu: Wir haben ein Kinokomplex eröffnet und saßen während der ersten Vorstellung noch im Büro und haben die Tickets dafür gedruckt. Gestört hat es keinen.

Ich habe zusammen mit Praktikanten aus 16 Ländern 6 einmalige Monate erlebt und die verrücktesten Dinge unternommen. Wir haben viel vom Land gesehen (außer Elefanten) und die besten Partys meines Lebens gefeiert.

Ghana und vor allem das AIESEC Praktikum hat sich für mich in jeder Hinsicht gelohnt. Ich konnte eine mir total fremde Kultur kennen lernen und habe jede Menge neue Freunde in den unterschiedlichsten Ländern gefunden. Jeder der diese Chance hat, sollte sie auch wahrnehmen.

Link: sevenload.de

Lebenszeichen

Veröffentlicht in Arbeit, Ghana von Benjamin am 24. März 2009

Knapp zwei Monate ist es nun her, dass ich hier das letzte Mal etwas geschrieben habe. Inzwischen bin ich wieder in Deutschland angekommen und habe den Kulturschock überwunden, der mich bei meiner Ankunft erwartet hat. -10 Grad und eisiger Wind sind dann doch nicht ganz so einfach zu handhaben, wenn man gerade 6 Monate in der afrikanischen Hitze gewohnt hat. Ein Fazit zu meiner Zeit in Ghana kommt demnächst und auch ausführlicher mit ein paar Bildern.

Ich bin wieder in Hamburg und habe eine sehr gute Stelle bei Qype gefunden. Qype ist ein Onlinebewertungsportal bei dem Ihr alle Möglichen Dienstleitungen, Restaurants oder andere Einrichtungen nach Ihrer Leistung bewerten könnt. Solltet ihr etwas in eurer Umgebung suchen ist Qype ebenfalls die richtige Anlaufstelle, denn ihr könnt auf jede Menge Bewertungen zurückgreifen und euch so ein recht gutes Bild von den gesuchten Stellen machen. Schaut’s euch einfach mal an, meldet an und bewertet die Geschäfte in eurer Nähe.

So viel erst mal von meiner Seite. Ich lebe wieder, bin auch in Deutschland und werde mich in nächster Zeit wieder öfters zu Wort melden.

Road-Trip durch Ghana

Veröffentlicht in Ghana von Benjamin am 06. Januar 2009

Road Trip – hört sich ziemlich abenteuerlich an und verspricht jede Menge Spaß, Spannung und Alkohol, zumindest wenn man die amerikanischen Filme im Hinterkopf hat. Ganz so wie es in selbigen beschreiben wird war mein letzter Road Trip nicht, dafür gab es jede Menge anderer Dinge zu entdecken und zu erkunden.

Zwei Geländewagen, 10 Praktikanten und 1.500 Kilometer dirt Road sind die Randdaten dieses viertägigen Trips in den Norden Ghanas. Da meine letzten 4 Wochen in diesem Land angebrochen sind und gerade Ferien waren nutzen wir die Chance uns auf die Suche nach den weltberühmten afrikanischen Elefanten.

Dir rote Straße führte uns über Kumasi nach Larabanga wo die erste Nacht traditionell auf dem Dach eines Hauses verbracht wurde. Früh am nächsten Morgen wurde die Reise in den Mole National Park weitergeführt. Hier, in den Ausläufern der Savanne erhofften wir uns Elefanten zu sehen. Affen, Adler und Gazellen. Es war alles dabei was man sich hat vorstellen können – nur keine Elefanten. Diese ließen sich den ganzen Tag über auch nicht mehr blicken und unsere kleine Safari ging leider ohne die großen grauen Dickhäuter zu Ende.

Bevor es am nächsten Tag in den Bui national Park weiterging wurde die erste Mosche Ghanas besichtigt. Besichtigt kann man eigentlich nicht richtig sagen. Man darf als Nicht-Muslime nicht hinein und sich dieses architektonische Werk aus Schlamm, Holz und Dreck nur von außen ansehen. Immerhin wurden wir auf dieser Tour von ca. 100 Kindern begleitet die uns alle etwas anderes anbieten wollten. Das ging dann von einem neuen Fußball, den wir für sie kaufen sollten bis hin zu einer Adoption.

Im Bui National Park wartenden dann die nächsten Dickhäuter auf uns. Diese haben wir auch wirklich zu Gesucht bekommen. Nilpferde soweit das Auge reichte. Na ja, es waren nur drei, aber immerhin. Diese Tiere sehen machen einen ziemlich mächtigen Eindruck wenn man ihre Nasenlöcher und Augen aus dem Wasser kommen sieht und sie dabei Ausatmen. Das tun sie sehr genüsslich und ziemlich lautstark.

Tiere beobachten ist schon etwas anstrengendes, wenn sie sich nicht blicken lassen bzw. wenn man eine Mazedonische Dame im Nacken sitzen hat, die ständig Druck macht, dass man weiter muss. Daher ging es am nächsten Morgen in aller frühe auch schon wieder auf den langen Weg in Richtung Accra.

4 Tage waren rum. Wir hatten jede Menge Spaß, keinen typischen Road Trip aber jede Menge neue Erfahrungen im dirt-road-fahren und ein paar schöne Bilder in der Kamera, die ihr euch hier anschauen könnt. Unter so viel Druck wie diese Reise in den Norden organisiert und duuchgeführt wurde beende ich auch diesen Blogeintrag. Wer mehr wissen möchte schreibt in die Kommentare und ich ergänze dann.