ART FOR EYE

die nächsten Wochen

Veröffentlicht in AIESEC, Gedanken von Benjamin am 09. September 2009

Bei mir wird es in den nächsten Wochen etwas ruhiger sein. Das hat genau zwei Gründe:

  1. werde ich in den Urlaub fahren. Es geht dieses Jahr knapp zwei Wochen nach Österreich zum Wandern. Wohin genau, steht noch nicht so ganz fest. Auf jeden Fall werden wir den ein oder anderen Tag in Innsbruck verbringen und von dort aus zu verschiedenen Touren starten. Kann sein, dass wir auch nach Zell am See fahren um die Berge in dieser Gegend zu erkunden. Wer also Anregungen und Tipps hat, immer her damit.
  2. Werde ich am Ende des Urlaubs auf dem “Strategic Autumn Meeting” von AIESEC sein. Das ist eine Konferenz auf der sich alle Vorstände der Lokalkomitees treffen und das nationale Vorgehen besprechen, sich über bestimmte Themen austauschen und ihr Netzwerk erweitern. Ich habe die Ehre einen Workshop über das Thema “Social Media” zu leiten. Wer von den AIESECern also gerne etwas wissen möchte soll es hier in die Kommentare schreiben, damit ich die Vorschläge und Anregungen mit einbauen kann.

Im neuen Monat geht es dann erholt und motiviert weiter.

Fußball

Veröffentlicht in Gedanken von Benjamin am 01. September 2009

Am Wochenende war ich mit der Firma auf einem Beach Soccer Turnier. Lustig war es, zumal wir uns nach dem ersten Spiel keine Niederlage mehr gönnten und als Neulinge auf dem Sand doch noch den Pokal holten. Voller Euphorie und Freude wurde der Sieg mit allen Unterstützern gefeiert. Am Rande machte ich ein paar Entdeckungen die mir zu denken gaben.

Erst einmal bin ich wirklich nicht eine Person, die Fußball abgöttisch liebt. Es geht eher in die entgegengesetzte Richtung. Schon in der Schule habe ich mich erfolgreich aus dem Team drücken können und mich für eine andere Sportart entschieden. Nie kam bei mir das Bedürfnis auf zu diesen Massen dazugehören zu müssen, wie sie Wochenende für Wochenende einem Team hinterher reisen und es bei seinem Taten anfeuert. Mir war der Sinn im Fußball nicht so wirklich klar. 22 Männer dreschen auf einen Ball ein. Es gibt auch schönere Sportarten.

Am Wochenende ertappte ich mich allerdings dabei wie ich haareraufend und brüllend am Spielfeldrad stand und meine Mitspieler anfeuerte. Ich feierte so stark mit als würde ich in diesem Augenblick selbst spielen. In dem Moment kam mir die Frage in den Sinn: “Warum machen Fußballfans so etwas?” Fans werden nie auf einem Bundesligarasen stehen und mit “ihrer” Mannschaft um den Sieg kämpfen, sich nie die Lunge aus dem Leib rennen beim Versuch als Erster am Tor anzukommen. Sie kennen die Spieler nur in den seltensten Fällen persönlich, werden aber auch nie irgendwelche privaten Dinge erfahren, die sie nicht von der Presse erzählt bekommen. Warum fiebern Fans also mit?

Wahrscheinlich liegt es daran, dass sich jeder gerne mit etwas identifiziert, das er nicht sein kann. Etwas besserem, höherem oder reicherem. So werden die Fußballer Helden und rücken damit in die Vorbildfunktion vieler Männer. Ebenso kann es das Bedürfnis nach Nähe und Gruppenzusammenhalt sein, der die Männer zum Fußball treibt. Die Spiele geben einem Bestätigung dass man zu einer festen Gruppe gehört und ein gemeinsames Ziel hat – den Spielsieg durch möglichst laute Gesänge zu erzwingen und die Fans des Gegners in Grund und Boden zu brüllen. Das alles nur um zu zeigen, dass man besser ist als die Anderen.

Woher kommt das nun alles? Ich vermute mal, dass dieses Verhalten seinen Ursprung in der Steinzeit hat. Männer sind in Gruppen auf die Jagd gegangen und haben sich gegenseitig angespornt das Tier zu erlegen um die nächsten Tage etwas zu Essen zu haben. Wir müssen heute nicht mehr Jagen gehen um unser Essen zu sichern, auch leben wir nicht mehr in Gruppen zusammen (sieht man mal von einer Studenten-WG ab). Daher hat sich unser Instinkt und unser Verhalten gegen soziale Gefüge entwickelt und wir sind zu einer Art Einzelgänger geworden. Wäre diese Entwicklung noch ausgeprägter würden wir uns wahrscheinlich nur noch zum Paarungsakt zusammentun und das Leben in sozialer Abgeschiedenheit verbringen.
Glücklicherweise gibt es ja Fußball. Der Sport, der die Massen zusammenbringt und Männerherzen höher schlagen lässt. Man kann zusammen grölen, trinken und einem Ziel entgegenfiebern. Man hat eine gemeinsame Vision und sei es auch nur die, am anderen Morgen mit einem Kater aufzuwachen.

Kann man daher sagen, dass der Effekt, den man beim Fußball beobachten kann genetisch veranlagt ist? Gibt es sogar ein Fußball-Gen?

Ich fühlte mich am Wochenende auf jeden Fall sehr männlich, wie ich mit meinen Kollegen wild grölend am Spielfeldrand stand und mir die Haare raufte.

Erinnerungen

Veröffentlicht in Gedanken von Benjamin am 29. Juli 2009

Twitter kann so einiges. Ich nutze diesen Dienst nun schon seit knapp zwei Jahren und muss zugeben, dass er einen relativ hohen Nutzen hat. Man bekommt Tipps, lernt anderer Leute Meinungen zu schätzen und die neusten News und Skandale liegen auch direkt und schnell auf dem Bildschirm.

Gestern Abend allerdings hatte mich ein Tweet (so heißen die einzelnen Kurznachrichten) in der zeit zurück versetzt und doch etwas überrascht.

Im unterfänkischen Kolitzheim steht ein altes Schloss aus dem 17. Jahrhundert. Die Familie von Halem erwarb das Schloss und baute es zu einem Hotel aus und um. Bei seinen Gästen wird es sehr bekannt und geschätzt sein aber auch im Internet ist das Schloss kein großer Unbekannter.

ich habe Alexander von Halem auf einem Tourismusworkshop in Ischgl kennen gelernt und verfolge seit dem seine Internetaktivitäten, die das Schloss betreffen. Auf der Homepage bekommt man alle Informationen die man über das Schloss und die diversen Übernachtungsmöglichkeiten benötigt, im hauseigenen Schlossblog schreibt er was in der Gegend um Kolitzheim und im Schloss gerade so passiert und führte seine Leser in eine Gegend, die vom Großstadtstress noch nie etwas gehört hat. Am besten gefällt mir aber, wie Twitter eingesetzt wird. Es dient nicht nur als Kommunikationsinstrument sonder es werden echte Geschichten darüber erzählt, die einen an einen Ort entführen, an dem durchaus Pferde, Ritter und Drachen noch real sein könnten.

Wie bereits erwähnt las ich gestern Abend folgenden Tweet:

Es passiert auch in der modernen Welt anscheinend noch, dass die Ernte bis spät in die Nacht eingebracht werden muss. Das lässt bei mir Kindheitserinnerungen an Nachmittage in frischen Kornfeldern hochkommen und vermischt sich dann mit Geschichten aus dem Mittelalter. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es dort auch genauso ist. Schaut man sich die Lage von Kolitzheim auf Google Maps an, ist nicht wirklich viel rings herum. Aber alleine diese Abgeschiedenheit macht einen Besuch sicher lohnenswert.

ich werde sicher irgendwann mal vorbeischauen und meinen ganz persönlichen Kimndheitshelden suchen gehen ;)

brush your teeth for a better smile

Veröffentlicht in Business, Gedanken von Benjamin am 11. Mai 2009

Ken, ein sehr guter Freund und ich haben vor einiger Zeit das Projekt „if BEN KEN – you can“ ins Leben gerufen. Unter diesem Namen wollten wir ursprünglich eine Weltreise per Fahrrad durchführen, die auf globale Probleme hinweist. Wie das bei Studenten immer so ist, hat erst mal das Geld gefehlt und später kaum auch noch hinzu, dass sich unsere Zeitpläne durchs Studium geändert haben. Also wurde die Reise erst einmal zur Seite gelegt. (Aber noch lange nicht begraben)

Um die Idee „if BEN KEN – you can“ nicht ganz einschlafen zu lassen, kamen wir neulich auf die Idee, etwas neues zu machen und haben das mit „brush your teeth for a better smile“ auch getan.
Mit diesem Projekt wollen wir zeigen, wie wichtig Netzwerke sind und wie schnell eine Idee über diese verbreitet werden kann.

Netzwerke sind heute das wichtigste Tool um an Menschen heran zu kommen, die man nie getroffen hätte oder aber die sich für die gleichen Dinge interessieren wie man selbst. Jeder spricht heutzutage von XING, Facebook, etc. und will möglichst schnell, sehr viele qualitative Kontakte haben um später die Möglichkeit zu besitzen, diese auch zu nutzen, wenn er etwas verbreiten möchte oder Hilfe benötigt.
Warum nun das Lachen? Eine Freundin von mir hat ihre Freunde gebeten, ihr ein Portrait beim Zähneputzen zu schicken, damit sie es sich im Badezimmer aufhängen kann. Da Kacheln in der Regel ziemlich trist sind, sollten diese mit fröhlichen Gesichtern aufgepeppt werden. Wir fanden diese Idee so gut, dass wir beschlossen haben, Zähneputzen ist der Aufhänger für das neue Projekt. Und mal ganz ehrlich, wer auf der Welt lacht nicht gerne?

Dass die Idee funktionieren kann, haben wir am Wochenende durch viel positives Feedback bereits bestätigt bekommen. Wir waren auf einer kleineren Konferenz mit 40 Leuten, die alle gesagt haben, sie würden uns in den nächsten Tagen ein Foto mailen. Um zu sehen, wie sich das ganze weiter entwickelt, werden alle Bilder auf einer Karte dargestellt und sollen so die globale Verbreitung veranschaulichen.

Schaut es euch unter www.brushforsmile.com an und schickt mir euer persönliches Foto. Erzählt es euren freunden und muntert sie auf, daran teilzunehmen. Wir freuen uns über jedes Bild.

Verlieren wir das förmliche „Sie“?

Veröffentlicht in Gedanken, Kommunikation von Benjamin am 31. Oktober 2008

Diese Frage habe ich mir gestern gestellt, als ich bei youtube einen Videoclip angesehen habe. Die Plattform wählt für mich eine Sprache aus und teilt mir dies mit einer netten Nachricht auch mit.

„Du kannst die Sprache über die Links oben neben dem YouTube-Logo ändern. “

Ich werde hier mit dem „Du“ angesprochen. Liegt es daran, dass die Youtube-Nutzer generell jünger sind oder weiß die Plattform ebenfalls mein Alter und stuft mich noch als Jugendlich ein? An dieser Stelle ist mir dann aufgefallen, dass es eigentlich überall vorkommt, dass man geduzt wird.

International ist es ja schon lang Standard. Im Englischen gibt es kein „Sie“ und man duzt eh jeden. Das widerfährt mir hier in Ghana auch immer öfters. Durch meinen Job habe ich die Möglichkeit sehr hohe Persönlichkeiten zu treffen und es wird sich generell nur mit dem Vornamen vorgestellt bzw. auch angesprochen. Sei es jetzt der Minister für Finanzen, ein CEO oder einfach nur ein Praktikant.
Gestern konnte ich einer Pressekonferenz beiwohnen auf der Unternehmensvertreter aus der ganzen Welt anwesend waren. Auch wenn sie sich nicht kannten wurde immer nur der Vorname erwähnt.
Wenn ich ebenfalls zurück an Deutschland denke, kann ich mich an Gespräche erinnern auf denen ich Personen nur mit dem Vornamen angesprochen habe. Liegt das nun an der Medienbranche oder ist der Trend generell zu erkennen.

Ich finde es persönlich ganz gut, da es die Distanz zum Gegenüber abbaut und alles auf eine lockerere und vertrautere Ebene hebt. Man kann deswegen immer noch höflich und respektvoll mit den Personen umgehen.

Meine Frage an dieser Stelle: Verlieren wir das „Sie“?

Was denkt ihr darüber? Geht es euch auch so oder bin ich der Einzige der das festgestellt hat?