brush for smile - neue Bilder online
Ich hab das Projekt “brush your theeth for a better smile” schon mal etwas genauer beschrieben. Inzwischen sind wieder einige Bilder hinzugekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Ich freue mich natürlich auch über eure Bilder aus der ganzen Welt. Einfach zwei Bilder an picture@brushforsmile.com schicken und schon seit ihr dabei. Die genauen Infos dazu gibt es unter www.brushforsmile.com
Bundestagswahl
Am Sonntag ist es soweit und Deutschland entscheidet über seine Zukunft. Die Bundestagswahl steht vor der Tür und es gibt seit ein paar Wochen kaum ein anderes Thema in den Medien.
Ein paar nicht-deutsche Praktikanten haben ein Video zusammengeschnitten und erzählen uns warum wir auf jeden Fall zur Wahl gehen sollten.
die nächsten Wochen
Bei mir wird es in den nächsten Wochen etwas ruhiger sein. Das hat genau zwei Gründe:
- werde ich in den Urlaub fahren. Es geht dieses Jahr knapp zwei Wochen nach Österreich zum Wandern. Wohin genau, steht noch nicht so ganz fest. Auf jeden Fall werden wir den ein oder anderen Tag in Innsbruck verbringen und von dort aus zu verschiedenen Touren starten. Kann sein, dass wir auch nach Zell am See fahren um die Berge in dieser Gegend zu erkunden. Wer also Anregungen und Tipps hat, immer her damit.
- Werde ich am Ende des Urlaubs auf dem “Strategic Autumn Meeting” von AIESEC sein. Das ist eine Konferenz auf der sich alle Vorstände der Lokalkomitees treffen und das nationale Vorgehen besprechen, sich über bestimmte Themen austauschen und ihr Netzwerk erweitern. Ich habe die Ehre einen Workshop über das Thema “Social Media” zu leiten. Wer von den AIESECern also gerne etwas wissen möchte soll es hier in die Kommentare schreiben, damit ich die Vorschläge und Anregungen mit einbauen kann.
Im neuen Monat geht es dann erholt und motiviert weiter.
die Unterschiede zwischen den Kulturen
Mein Afrika-Abenteuer ist nun schon fast wieder ein halbes Jahr vorbei und doch ist dieser Kontinent präsenter als gedacht.
Gehe ich durch Hamburgs Straßen sehe ich viel mehr Farbige als noch vor einem Jahr, wobei die sicher auch schon da waren und nicht erst alle kamen, als ich weg war.
In der Uni hört man aber auch immer mehr über den schwarzen Kontinent. Projekte und Vorlesungen werden zu den verschiedensten sozialen und wirtschaftlichen Themen aus dem Boden gestampft oder vielleicht doch sehr überlegt angeboten. Eines dieser Projekte heißt „AfriCAN“ und wurde von einer Projektgruppe der Studentenorganisation AIESEC in Hamburg ins Leben gerufen.

Sie wollen mit ihrem einjährigen Projekt auf die Länder in Afrika aufmerksam machen und Afrikanischen Studenten helfen, über das eigene Austauschprogramm, einen Praktikumsplatz in Deutschland zu finden. Ein Erster wurde schon vermittelt und so konnte Evans aus Nigeria vor ein paar Wochen seine Arbeit im Hamburger Start-Up bab.la beginnen.
Dieser Beitrag verdankt seinem Leben aber nicht der Tatsache dass Evans jetzt in Deutschland ist, sondern dem Event „Black Paradies – White Poverty “. Dies war eine Podiumsdiskussion bei der Vorurteile und Erwatungen von Afrikanern an Europa und Europäern an Afrika aufgeklärt und besprochen werden sollten. Auch ich nahm an dieser Diskussion teil. Die Gesprächsrunde, bestehend aus vier Deutschen und zwei Afrikanern öffnete mir die Augen in dem Sinn, dass Afrika und Europa gar nicht so verschieden sind wie man eigentlich immer denkt.
Zur Frage was wir unter dem Titel der Veranstaltung verstehen, wurden mit keinem Wort die wirtschaftlichen Unterschiede erwähnt. Im Prinzip ist es egal ob Afrika mehr oder weniger Geld als Europa hat. Vielmehr wurde die Frage damit beantwortet, dass die Europäer das Leben verlernt haben. Sie stecken in Ihrem festen Modell des geplanten Tagesablaufes fest, haben kaum Zeit um etwas für sich zu tun und zu improvisieren. Sie haben das fröhlich sein verlernt, da sie immer nur darauf getrimmt werden, das Beste zu leisten und sich immer weiter zu entwickeln bzw, erfolgreich zu sein. Ein Afrikaner dagegen ist es gewohnt zu improvisieren und den Tag zu nehmen wie er kommt. Er braucht für viele Aufgaben mehr Zeit, sieht es aber auch nicht als schlimm an, wenn es dann nicht morgen schon fertig ist. Das kann ein Vorteil sein, den sich der Europäer sehr gerne abschauen darf, denn dieser könnte in vielen Situationen etwas mehr Lässigkeit gebrauchen um nicht gleich wieder zum nächsten Nervenarzt gehen zu müssen.
Ein anderes und viel wichtigeres Thema war aber, wie man sich begegnet. Was passiert, wenn Europäer nach Afrika kommen oder Afrikaner nach Europa. Zuerst, wie man sich das denken kann, ist alles Fremd, ungewohnt und beängstigend.
Als Weißem wird einem ständig „weißer Mann“ hinterher gerufen und man wird nach allen möglichen Dingen gefragt, die man dich verschenken könnte. Sei es einen Flug nach Deutschland oder nur ein paar Euros.
Das alles passiert aber nur weil die Personen durch Vorurteile geprägt sind und diese gerne bestätigt wissen. Diese Unwissenheit macht ebenfalls eine sehr ängstliche Haltung und Reaktion aus. Man versucht es dem Gegenüber nur Recht zu machen und will, dass es ihm so gut wie möglich geht. Das sieht man z.B. daran, dass man in Afrika als Weißer einen Stuhl bekommt, auch wenn der Rest der Familie auf dem Boden sitzt. Laüidar gesagt, sie denken, wir könnten das nicht.
Erst nach einer ganzen Weile und vielen Informationsaustauschen wird diese Hürde abgebaut und man beginnt einander zu verstehen.
Bei der Diskussion kam heraus, dass es nicht nur uns Deutschen so geht sondern, dass auch die Afrikaner exakt die gleichen Probleme haben. Das verbindet uns schon ein bisschen mehr und alleine mit diesem wissen wir die nächste Begegnung mit einer Person aus einer anderen Kultur einfacher und unbeschwerter sein.
Konferenzen und ihre Netzwerke
Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Enthusiasmus und Begeisterung in so manches Projekt von Studenten gesteckt wird. Und da soll es noch mal heißen die Studenten würde sich nicht für ehrenamtliche Tätigkeiten neben dem Studium interessieren.
In den letzten beiden Wochen war ich auf zwei AIESEC Konferenzen. Einmal als Trainer eines Marketing-Workshops und einmal als Chair (Konferenz-Moderator). Bei diesen Konferenzen ging es darum, neue Mitglieder in die komplexen Strukturen AIESECs einzuführen und ihnen eine erste Orientierung zu geben. Ebenfalls wurden sie dazu motiviert sich über einen Bereich weiter zu informieren, in dem sie später arbeiten wollen.
Die Motivation der Teilnehmer war auf beiden Konferenzen atemberaubend. Sie haben trotz langer Partynächte morgens um 8 im Plenary gesessen und mitgemacht. Für mich ist das immer ein toller Anblick, denn man weiss, dass diese Leute hinter der Idee von AIESEC stehen, obwohl sie sie noch nicht einmal richtig mitbekommen haben.
Ein etwas anderer Aspekt, der wiederum erschreckend ist oder aber auch zeigt, dass viele Studenten noch in ihrer gut behütetend Kinderstube sitzen, ist der des Networkings. Auf der Konferenz in Bielefeld haben wir das zum Hauptthema gemacht und wollten mit den Teilnehmer unsere Erfahrungen aus 3 Jahren AIESEC teilen und sie dazu aufmuntern ihr eigens Netzwerk aufzubauen. Jeder Geschäftsmann wird mir zustimmen, dass es heutzutage unerlässlich ist keine Kontakte zu haben.
Ein schönes Beispiel sollte dazu beitragen, den Teilnehmer die Augen zu öffnen. Als ich im Sommer 2007 in Venezuela war und kein Wort Spanisch konnte wurde ich von einer Studentin – Ananda – betreut und durch die Stadt geführt. Sie hat mir meinen drei monatigen Aufenthalt sehr vereinfacht und mir bei allen Angelegenheiten geholfen die zu regeln waren. Als ich Venezuela verlassen habe, dachte ich mir, ich werde die Menschen die ich dort getroffen habe und meine Freunde geworden sind, so schnell nicht wieder sehen werde. Das hat sich aber in Bielefeld ganz schnell geändert. Ananda macht inzwischen ihr Praktikum in Minden und war ebenfalls auf der Konferenz. Das bewiest natürlich, dass die Welt sehr klein ist und man sich immer mal wieder über den Weg läuft. Ich werde ihr in Deutschland helfen sollte sie ein Problem haben oder etwas anderes außer Bielefeld und Minden sehen wollen. Ein Geben und Nehmen.
In der Businesswelt läuft es vom Grundprinzip nicht anders ab. Man kennt Menschen, die einem helfen können und denen hilft man irgendwann auch mal wieder. Um diese Menschen allerdings kennen zu lernen, muss man auch etwas dafür tun – mit ihnen reden und offen sein.
Als die Konferenz begann und ich meine Geschichte zum Thema Networking erzählt habe wurde ich mich unverständlichen Blicken überhäuft. Am Ende der Konferenz konnte man allerdings sehen, dass bei vielen der Groschen gefallen ist und sie zumindest auf der Konferenz neue Kontakte und evtl. sogar Freunde gefunden haben. Dazu hat ebenfalls beigetragen, dass wird zwei Tage eingeschlossen in einer Schule, im Hochsauerland verbracht haben und es keine Möglichkeit gab zu verschwinden.
Wenn ich allerdings an meine Studienzeit zurückdenke, wo wir monatlich die Chance hatten auf ein Event zugehen, bei dem man die interessantesten Menschen der Branche hat treffen können, habe ich meine Kommilitoninnen nie verstanden, die diese Möglichkeit nicht wahrgenommen haben. Heute bekomme ich einen Anruf von einer ehemaligen Studienkollegin ob ich nicht jemand kennen würde, der ihr bei einem Problem helfen kann. Ich kenne zwar jemanden und werde ihr auch helfen aber ist es nicht besser wenn man diese Person direkt kennt?
Dies ist u.a. ein Grund warum ich so froh war viele neue Gesichter auf den Konferenzen gesehen zu haben. Sie wollen etwas anderes als nur das theoretische Studium mitbekommen. Sie wollen Menschen treffen und neue Dinge Erfahren und das obwohl sie alle auf Bachelor studieren und angeblich keine Zeit mehr haben etwas neben dem Studium ehrenamtlich zu machen.
Schön war es. Vielen Dank an alle, die dabei waren.


