Private Hochschulen – bessere Qualität?
Wie ich hier vor ein paar Tagen schon geschrieben habe, ist die Ausbildung immer eine Frage der Qualität, die man den studierenden an einer Uni bieten kann.
Spiegel Online berichtet heute über die Semelweis Universität aus Ungarn, die in diesen Tagen eine Zweigstelle für Medizin in Hamburg eröffnet. Da auch diese Hochschule nicht vom Staat finanziert wird sind Studiengebühren fällig. Haltet euch fest, 80.000 €. Das ist ein ganz schön großer Batzen Geld, den man erst einmal aufbringen muss.
Was hat nun aber das Geld mit der Qualität zu tun. Es stellt sich ganz eindeutig die Frage, ob man durch hohe Studiengebühren einen gewissen Standard einführen und vor allem halten kann. Die staatlichen Universitäten haben es bewiesen dass es geht – oder auch nicht.
Was stellt man also am Besten mit dem eingenommen Geld an?
Es gibt da zwei Theorien die beide falsch und richtig sind. Erstens, man investiert es in Gebäude, Ausstattung und Materialien oder zweitens in die Professoren und Tutoren.
Meiner Meinung nach ist beides gleich wichtig. Das eine baut auf das andere auf. Ist die Infrastruktur hergestellt und entspricht einem angemessenen Standard, kann man die nächsten Investitionen ins Personal stecken. So streng getrennt kann man das natürlich nicht behandeln aber die Tendenz geht schon in diese Richtung.
Nehmen wir zum Beispiel einen Informatikprofessor der herausragend gut ist und seinem Kurs etwas über Netzwerktechnik beibringen soll. Nun hat er allerdings nur einige Computer aus dem Jahre 1800 mit veralteter Technik. Wie soll hier ein vernünftiger Unterricht stattfinden, bei dem man anschaulich etwas lernen soll?
Und schon sind wir wieder bei der Frage, ob ein Studium das einen höheren Praxisanteil hat, besser ist. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es so ist. Nur durch direktes Ausprobieren und visuelles und haptisches Wahrnehmen behalten wir Dinge besser im Kopf. Oder habt ihr Laufen gelernt, in dem man euch Geschichten darüber vorgelesen hat?
Zurück zum ungarischen Ableger in Hamburg. Die Hochschule nimmt pro Student und Studium in der Summe 80.000 €. Durch diese Mittel können viele Finanzlücken gestopft werden. Natürlich steht auch hier die Gewinnmaximierung im Vordergrund, nur würde ich davon ausgehen, dass auch ein großer Anteil der Gebühren in die Ausbildung fließen.
Kann man dadurch davon ausgehen, dass die Studenten der Semelweis Uni bessere Mediziner werden, als die des Uniklinikums Eppendorf oder liegt es bei jedem Einzelnen, wie er am Ende des Studium abschneiden wird?
jeder ist seines Glückes Schmied. Von daher hat es jeder selbst in der Hand, was er aus seinem Studium macht.
Ich persönlich bin auch froh, dass ich viele praktische Erfahrungen im und während des Studiums sammeln konnte. In der Theorie ist vieles möglich. In der Praxis sind aber häufig ganz andere Dinge wichtig oder bedürfen einer schnellen Entscheidung.
Von daher, kann ich mir gut vorstellen, dass das Studium an dieser Eppendorf eine gute Basis haben, aber was ein jeder daraus macht, hat – zum Glück- dann doch jeder selbst in der Hand!