Erste Erfahrungen mitBooks on Demand

In jeder Familie taucht hin und wieder ein Leuchtturm der Vergangenheit auf – so auch bei uns. Der Ur-Großvater meiner Frau war Kadett der österreichischen Handelsmarine. Mit dieser fuhr er in den Jahren 1865 – 1872 auf einem Segelfrachter durch das Mittelmeer und bis nach Großbritannien. In diesen Jahren entstanden zwei Tagebücher, die beim Aufräumen im Dachboden vor einigen Jahren gefunden wurden. Da man zur damaligen Zeit noch in Kurrentschrift schrieb, wird es in Zukunft für kaum jemanden möglich sein, die Texte zu entziffern (Ich selbst hatte schon Probleme damit). Aus diesem Grund wurde das Buch von meinem Schwiegervater vor ein paar Jahren komplett abgeschrieben und die Textdatei auf verschiedenen Rechnern gespeichert und vergessen.

Ein Buch muss her, wie gehen wir das an?

Beim datensichern ist die Datei wieder zum Vorschein gekommen und wir haben beschlossen, dass man das nicht so belassen kann. Welches unserer Kinder möchte vielleicht später einmal das Leben seiner Vorfahren erkunden, in dem es eine Word-Datei vorgelegt bekommt. Da fehlt irgendwie der Charme. Der Entschluss stand also fest, dass ein ordentliches Buch her muss, das all diese kleinen Geschichten und Erlebnisse beinhaltet. Nur wie anfangen?

Als Erstes brauchen wie jemanden, der das Drucken kann und auch in einer guten Qualität und kleinen Stückzahl abliefert. 200 Exemplare wäre zu viel. Die Wahl viel schnell auf Books on Demand (BoD). Diesen Service aus Norderstedt kannte ich noch von der ersten Poken Party in Hamburg. BoD bietet für diesen Zweck genau das richtige Produkt: BoD Fun. Bei diesem Produkt fallen keine Einrichtungs- oder Lizenzkosten für eine ISBN-Nummer an und man kann eigentlich sofort loslegen. Den ersten Kostenaufwand haben wir schnell mit deren Konfigurator abgeschätzt und sie auf einen Betrag pro Buch um die 12 Euro gekommen. Das klang erst einmal sehr gut, zumal wir das Ganze gerne als Hardcover mit Schutzumschlag wollten, dass es noch etwas mehr hermacht.

Was im Paket Fun nicht enthalten ist, ist die komplette Beratung, Hilfe sowie Tipps und Tricks. Man lädt im Endeffekt das fertige Buch als PDF hoch und bekommt nur eine Meldung, dass es druckbar ist. Ob Schreibfehler oder grafisch schlecht aussehende Seiten vorhanden sind,  wird nicht verraten. Man muss daher alles Selbst machen.

Word oder Indesign?

Die wichtigste Frage, wie wir diesen langen Text in ein ordentliches Layout bekommen, war schnell gelöst. Für mich kam nur Indesign infrage, da man in dieser Software einige Rahmenparameter vordefinieren kann und sie auf jeder Seite identisch und an derselben Position ausgespielt werden. Ebenfalls liegen die eingebundenen Bilder immer in der korrekten Größe vor und verschieben sich nicht mit jedem neuen Absatz, den man zwischendurch einfügen muss. Wer also die Chance hat auf so ein Programm zurückzugreifen, sollte es auf jeden Fall nutzen, da das Ergebnis wesentlich besser und auch schöner ist.

Das Dokument, welches im Indesign als Vorlage angelegt wird, ist schnell erstellt. Books on Demand gibt einem dazu die genauen Maße an inkl. Beschnittränder, die man gerade bei randfüllenden Bildern benötigt.

Indesign ist nicht besonders schwer und alle Basisfunktionen sind schnell gelernt. Einem ersten Layout steht also nichts mehr im Wege.

Arbeiten am Buch

Idealerweise hat man den Text in einer Word- oder Textdatei vorliegen und schon einmal auf Rechtschreibung und Grammatik korrigiert. Das erspart ein späteres Anpassen des Layouts, sollte sich ein Satz verlängern oder verkürzen.

Die Texte werden in das Buch so eingefügt, dass sie sich automatisch über alle Textbereiche der verschiedenen Seiten fortsetzen. Das hat den Vorteil, dass man nicht jeden Text jeder Seite neu kopieren muss.

Grafiken und Bilder werden zusätzlich zum Text eingefügt und an ihrer gewünschten Stelle platziert. Dabei gilt es zu beachten, dass der Text immer im selben Abstand um das Bild fließt und nicht ein Satz durch ein formatfüllendes Bild unschön abgeschnitten oder vom Rest des Absatzes getrennt wird.

Sind alle Inhalte im Buch vorhanden, beginnt der Feinschliff. Vor allem geht es darum, Hurenkinder und Schusterjungen zu beseitigen, dass ein durchgängiger Lesefluss gegeben ist. Ein Inhaltsverzeichnis sollte anschließend ebenfalls erstellt werden.

Bei der Erstellung des Impressums und der Pflichtangaben gibt Books on Demand einen Standardtext vor, den man 1:1 kopieren und einfügen kann.

Wenn man denkt, man hat alles, sollte trotzdem noch einmal jemand drüber schauen, der das Buch noch nicht so oft oder gar nicht gesehen hat. Es tauchen sicherlich noch einige Fehler auf, die man ausbessern kann.

Zu guter Letzt wird aus der Datei ein druckfertiges PDF erzeugt, das von BoD verarbeitet wird.

Übermittlung der Daten und Druck

Nach dem man das druckfertige PDF aus InDesign exportiert hat, wird dieses über die Maske im Kundenbereich hochgeladen. Das PDF wird direkt nach dem Hochladen einer ersten Überprüfung unterzogen und man bekommt eine Liste an Mängeln oder Verbesserungsvorschlägen, die man durchführen sollte, wenn die Qualität nicht leiden soll. Dies sind, wie eingangs schon angemerkt, technische Punkte und keine Layout oder Schreibfehler. Ein womöglich am häufigsten auftretende Fehlermeldung ist die Meldung, dass Bilder nicht 300dpi besitzen und daher in schlechter Qualität gedruckt werden. Ebenfalls wird darauf hingewiesen, dass die PDF möglicherweise nicht ausreichend Seiten hat. Die Seitenzahl muss immer durch 4 teilbar sein.

Wurde das PDF angenommen, kann man ggf. Buchumschlag und Schutzumschlag hochladen. Alle Dateien werden an BoD übermittelt und für den Druck freigegeben. Dies kann je nach Auftragslage eine ganze Weile dauern. Der eigentliche Druck ist in der Regel innerhalb von 5 Werktagen abgeschlossen (Aussage von BoD).

Druckdauer bei Books on Demand Fun
Druckdauer bei Books on Demand Fun

Die finale Prüfung des Buches und Druckfreigabe ist allerdings der Engpass. Gerade wenn man ein Buch zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig haben möchte, sollte man hier mindestens 3-4 Wochen einplanen (vor allem vor Weihnachten). Über den Erfolg der Freigabe erhält man eine Mail und kann anschließend die eigenen Exemplare im Loginbereich bestellen.

Fazit

Books on Demand ist ein guter Service, wenn man sein Buch professionell drucken lassen möchte.

  • Die Handhabung ist sehr einfach und intuitiv.
  • Die Qualität des Buches passt in meinen Augen ebenfalls.
  • Das Buch fast sich gut an und geht auch nicht nach 3x durchblättern kaputt.
  • Die Farbdrucke haben eine sehr gute Qualität und unterscheiden sich nicht von farbiger Seite zu farbiger Seite. Wenn die Bilddaten in ausreichend guter Qualität zur Verfügung standen, erkennt man auch jedes Detail im Bild sehr gut.

Durch die Einfachheit des Services würde ich ihn sofort wieder nutzen.

Kleiner Kritikpunkt: Der Support seitens Books on Demand lässt etwas zu wünschen übrig, was die Reaktionszeiten und vor allem Antworten angeht. Sie sind zwar immer erreichbar und sehr freundlich, man muss ihnen bzgl. einer Antwort hinterher telefonieren.

Schauen wir, ob es beim nächsten Projekt reibungsloser läuft.

 

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