Warum mir E-Bikes auf die Nerven gehen

„E-Bikes – das sind doch Mofas in modernem Design“ Ich kann mich noch daran erinnern, dass vor vielen Jahren auch mal darüber nachgedacht habe, mir ein Mofas zu kaufen um genauso schnell den Berg hochzukommen, wie mein Opa. Kurze Zeit später gab es Roller und die Idee mit dem Mofa verflog ziemlich schnell.
Irgendwie habe ich es aber nie geschafft, mir einen dieser Rasenmäher auf zwei Rädern zu kaufen – mit dem Fahrrad war ich immer schneller und billiger am Ziel.

Und jetzt kommen diese E-Bikes! Was soll das eigentlich? Will uns die Industrie damit sagen: „Los! Kauf so ein Elektro-Rad! Du machst Sport bleibst fit und schonst dabei auch noch die Umwelt!“

Scheinbar verfallen viele Unternehmen und Organisationen diesem Ausruf und decken sich mit diesen neuartigen zweirädrigen Geräten ein. Während meiner täglichen Arbeit komme ich immer mal wieder auf Seiten im Netz auf denen diese „Fahrräder“ beworben werden, wie toll sie sind und was sie nicht alles für die Umwelt tun. Schaut man sich bei Google das Suchvolumen und den Interessensverlauf nach dem Suchbegriff „E-Bike“ an, sieht man eine klare Tendenz nach oben.

Vor einigen Wochen war ich auf den „Badener Gespräche“ – eine der Leitveranstaltung im Österreichischen Tourismus. Das Thema dieses Jahr drehte sich komplett um die Farbe Grün. Egal ob eine Bank davon erzählte, dass sie pro Jahr 2 Tonnen Papier durch Online-Rechnungen spart (welche großartige Leistung) oder Hotels die davon berichten, dass sie eine ganze Armada von E-Bikes angeschafft haben.

Gerade diese Hotels schaffen es teilweise die täglich erbrauchte Energie auf eine alternative Art und Weise herzustellen und zusätzlich noch so viel Überschuss zu produzieren, dass man es theoretisch ins öffentliche Netz einspeisen kann. Eines der besten Beispiele ist das Boutiquehotel Stadthalle in Wien.

Aber jetzt stellen solche Hotels ihren Gästen E-Bikes zur Verfügung die erst einmal verdammt viel Geld in der Anschaffung kosten (3.000 + € beim Roseversand pro Bike) und dann auch noch Strom brauchen um richtig Einsatzbereit zu sein. Der Strom wird in diesen Hotels zwar selbst hergestellt, dies ist aber in der breiten Masse leider noch nicht der Fall. Viele E-Bike-Besitzer stecken ihr Rad an die heimische Steckdose aus der sicher kein Ökostrom kommt. Aber man hilft ja der Umwelt, denn es wird kein Benzin verbraucht. Dass dabei mehr Kohle, Öl oder sonstige Energielieferanten gebraucht werden wird aber nicht berücksichtigt. Dazu kommt auch noch: Wenn das Bike mal Schrott ist muss die teure uns leider nicht ganz umweltfreundliche Batterie entsorgt werden.

Bevor ich jetzt anfange vom sportlichen Vorteil dieser Räder zu schreiben stell ich lieber mal die Frage: Was bringen diese Bikes wirklich?

Da ich bis jetzt noch keinen einzigen Vorteil an dem Gedöns gesehen habe lege ich jedem Hotelier und jedem, der mit dem Gedanken spielt ein E-Bike zu kaufen, schafft euch echte Fahrräder. Das sind die zweirädrigen Drahtesel mit Kette und Pedalen bei denen man noch selber treten muss. Damit kommt man auch von A nach B und macht wirklich echten Sport – das Schöne dabei: Der Umwelt schadet es auch nicht.

Dass so was nicht nur bei Fahrrädern funktioniert, beweisen derzeit Insa und Frauke, die umsegeln nämlich die Ostsee mit Naturenergie – dazu aber ein andermal mehr.

Bild von JoeGK/Flickr

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das E-Bikes nerven können, zugegeben: Ja. Einen echten Vorteil bringen sie jedoch für Menschen, die trotz körperlicher Einschränkungen (Alter, Gehbehinderung, etc.) auch auf längeren Strecken mobil bleiben wollen. Diese “Zielgruppe” wächst, und hat ebenso ein Recht darauf, am Alltag und an Freizeitaktivitäten zu partizipieren. Das E-Bike ist für diese Personen ein geeignetes Hilfsmittel gür mehr Teilhabe.

    • Da gebe ich dir sicher recht – auch wenn ich heute wieder mal das Werbeschild auf dem Salzburger Gaisberggipfel gelesen habe, dass ein E-Bike Fahrer 44 Minuten für die 1000hm braucht, ein Profiradler 45 und ein normaler Freizeitradler dann doch etwas über eine Stunde. Da stellt sich mir dann die Frage ob das noch was mit Sport und dem eigentlichen Radfahren zu tun hat.

      Dass es eine positive Verbesserung für Menschen mit Behinderung ist, keine Frage, denen soll es auch nicht vergönnt, sein das Radfahren für sich zu entdecken. Nur wird mir zu sehr mit körperlicher Fitness, etc. bei kerngesunden Menschen geworben – ich glaube immer noch, dass die bei dem Ganzen zu kurz kommt.

      Wobei ich auch sagen muss, dass ich es noch nicht ausprobiert habe – stehe also auch gerne mal für einen Test zur Verfügung.

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