Ein Schiff verbindet
Neulich passierte mir etwas interessantes, was wiederum zeigt, dass die Welt extrem klein ist.
Im Hamburger Hafen war die “Lovis” zu Gast. Dieser Segler von 1897 wurde restauriert und steht nun für verschiedene Umwelt- und andere Projekte zur Verfügung. Im Rahmen der Aktion “Segelflimmern” war das Schiff im Hamburger Hafen zu Gast und zeigte auf seinem SegelKurzfilme, die bereits um die Welt gingen.
Das Schiff ist dafür ausgelegt, Personen zusammen zu bringen und sie für verschiedene Aktionen zu begeistern und zu motivieren sich zu engagieren. So kann man bei verschiedenen Törns mitsegeln und sich aktiv an den Projekten beteiligen.
Eine alte Freundin erzählte mir vom beschriebenen Filmabend und lud mich ein, sie zu begleiten, da sie eine sehr enge Bindung zur Lovis pflegt. Immerhin segelt sie seit vielen Jahren mit ihr über Ost- und Nordsee.
Als wir gemütlich auf dem Anleger saßen und den ersten Film sahen, lief eine Person an mir vorbei, die ich schon fast wieder vergessen hatte. Eine Freundin, die ich seit sechs Jahren nicht mehr gesehen hatte und schon fast aus der Erinnerung verschwunden war, tauchte plötzlich wieder auf. Eine sehr schöne Überraschung.
Das Interessante daran ist allerdings, dass sie die letzten Wochen mit der Lovis um England gesegelt ist und nun, bevor das Studium weiter geht noch einmal die Crew und alle anderen, dem Schiff verbundenen Personen sehen möchte. So hat uns ein Schiff wieder zusammen gebracht.
Was lernen wir aber daraus?
- die Welt ist ein Dorf und extrem klein (das wissen wir ja schon)
- Freunde und Bekannte haben ähnliche Interessen, die einen irgendwann immer wieder zusammen führen.
Letzteres ist eigentlich logisch. Man setzt sich selten mit Menschen auseinander, die nicht ansatzweise die gleichen Interessen vertreten. Es zeigt aber auch, dass man den Menschen immer wieder begegnet. Interessengebiete, so generell sie auch sein mögen, führen einen auf irgendeine Art und Weise wieder zusammen.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder steh ich mit meinen Erlebnissen alleine da?
Bundestagswahl
Am Sonntag ist es soweit und Deutschland entscheidet über seine Zukunft. Die Bundestagswahl steht vor der Tür und es gibt seit ein paar Wochen kaum ein anderes Thema in den Medien.
Ein paar nicht-deutsche Praktikanten haben ein Video zusammengeschnitten und erzählen uns warum wir auf jeden Fall zur Wahl gehen sollten.
die nächsten Wochen
Bei mir wird es in den nächsten Wochen etwas ruhiger sein. Das hat genau zwei Gründe:
- werde ich in den Urlaub fahren. Es geht dieses Jahr knapp zwei Wochen nach Österreich zum Wandern. Wohin genau, steht noch nicht so ganz fest. Auf jeden Fall werden wir den ein oder anderen Tag in Innsbruck verbringen und von dort aus zu verschiedenen Touren starten. Kann sein, dass wir auch nach Zell am See fahren um die Berge in dieser Gegend zu erkunden. Wer also Anregungen und Tipps hat, immer her damit.
- Werde ich am Ende des Urlaubs auf dem “Strategic Autumn Meeting” von AIESEC sein. Das ist eine Konferenz auf der sich alle Vorstände der Lokalkomitees treffen und das nationale Vorgehen besprechen, sich über bestimmte Themen austauschen und ihr Netzwerk erweitern. Ich habe die Ehre einen Workshop über das Thema “Social Media” zu leiten. Wer von den AIESECern also gerne etwas wissen möchte soll es hier in die Kommentare schreiben, damit ich die Vorschläge und Anregungen mit einbauen kann.
Im neuen Monat geht es dann erholt und motiviert weiter.
iPhone: NABU Vogelführer
iPhone - ein Telefon das inzwischen Kultstatus erreicht hat und am liebsten von jedem besessen wird. Auch ich habe eins, inzwischen schon eine ganze Weile. Das Tolle an diesem Telefon ist, dass es für alles und jedes eine eigene Applikation gibt. Ich möchte euch hier ab und zu ein Programm vorstellen, das ich täglich nutze und dem ich einen hohen Nutzungswert zuspreche.
Heute: der NABU Vogelführer (itunes link)

Diese App bringt einem die Vogelwelt auf’s iPhone.
Man kann anhand von bestimmten Merkmalen wie dem Schnabel, dem Lebensraum und der Größe verschiedene Vögel anzeigen lassen, die sich in einem entsprechenden Gebiet aufhalten. Je mehr Merkmale man angeben kann umso genauer wird auch das Suchergebenis. Sollte man den Vogel nur sehr kurz gesehen haben und ein paar wenige Merkmale zur Identifizierung bereit haben, wird die Ergebnisliste etwas länger. Aus den 250 vorhandenen Vogelarten wird dann sicher das gesichtete Tier dabei sein.
Der gefundene Vogel wird in der App genauestens beschrieben. Man erhällt eine zeichnung des Männchen und Weibchens damit man die Geschlechter einfacher auseinanderhalten kann, Länge und Spanweite werden ebenso angegeben wie andere typische Merkmale. Wo sie genau leben und wann sie sich Fortplfanzen wird detailliert erklärt. Ebenfalls werden weitere wissenswerte Informatione wie:
An den europäischen Küsten gehört der Austernfischer wegen seiner durchdringenden Rufe zu den auffälligsten Vogelarten. Zugleich ist er vielerorts recht häufig: Im Sommer grenzt ein Brutrevier an das andere, im Winter kann die Art große Schwärme bilden. Sein Nachwuchs führt der Austernfischer noch am Tag des Schlüpfens zu Nahrungsgebieten, die deutlich vom Neststandort entfernt sein können. Anfangs helfen die Altvögel den Küken bei der Nahrungssuche, indem sie mit dem Schnabel auf Beutetiere weisen.
und eine Beschreibung des Rufes angeboten.
Mit dieser App wird man schnell zum Hobbyornithologen und ich kann meinem Neffen das nächste Mal genau erklären, welche Möwe uns das Brötchen geklaut hat.
Was ich mir allerdings für die nächste Version wünsche wäre folgendes:
- Bilder der Vögel im Flug (damit man sie auch von unten unterscheiden kann)
- zusätzlich reale Fotos der Vögel
- Audio-Beipiele der Vogelstimmen. Es ist nicht immer einfach, sich die schriftliche Beschreibung eines Rufes vorzustellen
- größere Auswahl an Vogelarten (auch exotischere Tiere)
- Bei den Zugvögeln sollte eine Karte mit den Wanderrouten eingebunden sein, die zeigt, wo genau der Schwarm entlang fliegt.
- das Spektrum auf andere Tierarten ausweiten (das währe allerdings ein “Monsterprojekt”
Fußball
Am Wochenende war ich mit der Firma auf einem Beach Soccer Turnier. Lustig war es, zumal wir uns nach dem ersten Spiel keine Niederlage mehr gönnten und als Neulinge auf dem Sand doch noch den Pokal holten. Voller Euphorie und Freude wurde der Sieg mit allen Unterstützern gefeiert. Am Rande machte ich ein paar Entdeckungen die mir zu denken gaben.
Erst einmal bin ich wirklich nicht eine Person, die Fußball abgöttisch liebt. Es geht eher in die entgegengesetzte Richtung. Schon in der Schule habe ich mich erfolgreich aus dem Team drücken können und mich für eine andere Sportart entschieden. Nie kam bei mir das Bedürfnis auf zu diesen Massen dazugehören zu müssen, wie sie Wochenende für Wochenende einem Team hinterher reisen und es bei seinem Taten anfeuert. Mir war der Sinn im Fußball nicht so wirklich klar. 22 Männer dreschen auf einen Ball ein. Es gibt auch schönere Sportarten.
Am Wochenende ertappte ich mich allerdings dabei wie ich haareraufend und brüllend am Spielfeldrad stand und meine Mitspieler anfeuerte. Ich feierte so stark mit als würde ich in diesem Augenblick selbst spielen. In dem Moment kam mir die Frage in den Sinn: “Warum machen Fußballfans so etwas?” Fans werden nie auf einem Bundesligarasen stehen und mit “ihrer” Mannschaft um den Sieg kämpfen, sich nie die Lunge aus dem Leib rennen beim Versuch als Erster am Tor anzukommen. Sie kennen die Spieler nur in den seltensten Fällen persönlich, werden aber auch nie irgendwelche privaten Dinge erfahren, die sie nicht von der Presse erzählt bekommen. Warum fiebern Fans also mit?
Wahrscheinlich liegt es daran, dass sich jeder gerne mit etwas identifiziert, das er nicht sein kann. Etwas besserem, höherem oder reicherem. So werden die Fußballer Helden und rücken damit in die Vorbildfunktion vieler Männer. Ebenso kann es das Bedürfnis nach Nähe und Gruppenzusammenhalt sein, der die Männer zum Fußball treibt. Die Spiele geben einem Bestätigung dass man zu einer festen Gruppe gehört und ein gemeinsames Ziel hat – den Spielsieg durch möglichst laute Gesänge zu erzwingen und die Fans des Gegners in Grund und Boden zu brüllen. Das alles nur um zu zeigen, dass man besser ist als die Anderen.
Woher kommt das nun alles? Ich vermute mal, dass dieses Verhalten seinen Ursprung in der Steinzeit hat. Männer sind in Gruppen auf die Jagd gegangen und haben sich gegenseitig angespornt das Tier zu erlegen um die nächsten Tage etwas zu Essen zu haben. Wir müssen heute nicht mehr Jagen gehen um unser Essen zu sichern, auch leben wir nicht mehr in Gruppen zusammen (sieht man mal von einer Studenten-WG ab). Daher hat sich unser Instinkt und unser Verhalten gegen soziale Gefüge entwickelt und wir sind zu einer Art Einzelgänger geworden. Wäre diese Entwicklung noch ausgeprägter würden wir uns wahrscheinlich nur noch zum Paarungsakt zusammentun und das Leben in sozialer Abgeschiedenheit verbringen.
Glücklicherweise gibt es ja Fußball. Der Sport, der die Massen zusammenbringt und Männerherzen höher schlagen lässt. Man kann zusammen grölen, trinken und einem Ziel entgegenfiebern. Man hat eine gemeinsame Vision und sei es auch nur die, am anderen Morgen mit einem Kater aufzuwachen.
Kann man daher sagen, dass der Effekt, den man beim Fußball beobachten kann genetisch veranlagt ist? Gibt es sogar ein Fußball-Gen?
Ich fühlte mich am Wochenende auf jeden Fall sehr männlich, wie ich mit meinen Kollegen wild grölend am Spielfeldrand stand und mir die Haare raufte.


