Eine Schildkröte zum Geburtstag
Meeresschildkröten, mitunter die ältesten Tiere der Weltmeere. Diverse Reportagen und Bilder haben mir diese faszinierenden Tiere beschrieben und erklärt. Ich wollte sie nun auch mal in freier Wildbahn sehen, nicht immer nur im Zoo.
Nach dem ich bei unserem letzten Ausflug nach Ada Foa schon mal davon gehört hatte, dass man hier Schildkröten bei der Eiablage beobachten kann und wir damals leider nicht erfolgreich waren haben wir es jetzt in der „Saison“ noch einmal probiert. Und siehe da, es funktionierte.
Drei Stunden Marsch und 4 tote Schildkröten später sollten wir endlich Glück haben. Eine sehr auffällige Spur zog sich direkt aus der Brandung die Böschung hoch auf den Sand. Nach ein paar Minuten Suche fanden wie sie dann auch. Das 80 cm lange Tier war gerade dabei heftig mit Sand um sich zu schmeißen. Ein faszinierender Anblick wenn dieses dich recht schwere und behäbig wirkende Tier versucht ein Loch in den Sand zu schaufeln um seine Eier darin abzulegen. Ein Ei nach dem Anderen fiel in den warmen Sand um dort bis zum Schlüpfen zu ruhen. Hoffentlich.
Sex und seine Krankheiten
Ich wollte schon immer mal über das Thema Sex schreiben auch wenn es in Blogs eigentlich ein Tabuthema ist.
Ich bin ja gerade in Afrika und Afrika ist dafür bekannt, dass es eine sehr hohe AIDS-Rate hat. Das liegt, wie bei vielen sozialen Problemen an der Bildung. AIESEC hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem entgegen zu wirken und ein spezielles Programm ins Leben gerufen.
ASK heißt das Programm und es sieht folgendermaßen aus:
Praktikanten aus der ganzen Welt kommen in eines der Afrikanischen Länder um an verschiedenen Schulen über HIV & AIDS zu unterrichten bzw. die Schüler über Geschlechtsverkehr und seine Folgen aufzuklären.
Die Schüler sind in der Regel zwischen 14 und 18 Jahre alt und haben im besten Falle schon mal was von Verhütung gehört. In der Regel wissen sie nicht einmal richtig wie der ganze Geschlechtsakt funktioniert und wie die Begriffe, die sie im TV aufschnappen in Wirklichkeit aussehen. Eigentlich eine erschreckende Tatsache.
Nun aber zurück zur Krankheit. Als das Thema Verhütung angesprochen wird, gibt es Schüler die der Meinung sind, dass eine Socke mit einem normalen Gummiband zur Befestigung völlig ausreichen würde. Auch beim tatsächlichen Anblick eines Kondoms schrecken sie eher zurück, als dass sie sich damit auskennen würden.
Nach einigen Gesprächen in unserer Praktikantenrunde haben wir uns gefragt warum sie so schreckhaft Kondomen gegenüber sind. Unsere Vermutung ist, dass sie so etwas einfach noch nie gesehen haben, geschweige den benutzt haben. Woher sollten sie das auch bekommen. Ganz ehrlich, ich hab in ganz Accra noch kein einziges Kondom gesehen das man kaufen könnte.
Du bekommst sie nicht in Apotheken, nicht in westlich orientierten Supermärkten und erst recht nicht bei den diversen Damen die alles Mögliche am Straßenrand verkaufen. Für mich trät dieser Fakt sehr wohl zur hohen AIDS-Quote bei. Zumal sich hier kaum einer trauen würde in ein Krankenhaus zu gehen und nach einem Kondom zu fragen. Sex ist Tabuthema. Und nicht nur Sex auch über Schwule, Lesben und anders orientierte Menschen wird nicht gesprochen und es erst recht nicht in der Öffentlichkeit gezeigt. Ich habe es hier schon öfters erlebt, dass einer der Ghanaer seine Freundin dabei hatte und man erst mitbekommen hat, dass es seine Freundin ist, als sie es einem erzählt hat. Händchen halten sieht man ab und zu mal, meistens bei Jungs da ist das ganz normal aber geschlechterübergreifend ist schon recht selten. Wenn du dann noch ein Pärchen küssen siehst hast du quasi gerade im Lotto gewonnen.
Die Ghanaer sind in dieser Hinsicht sehr konservativ eingestellt, was sicher mit ihrer Religion und ihrem tiefen, meiner Meinung nach manchmal zu übertriebenen Glauben zu tun.
Als mich wundert es nicht, dass AIDS hier sehr verbreitet ist und ja, man muss genau mit der Bildung der Menschen anfangen um ihnen dieses Thema bewusster und vor allem vertrauter zu machen. Danach sollten sie aber Anfangen Kondome anzubieten, sonst bringt auch die ganze Aufklärung nichts.
P.S. die Tatsachen in diesem Bericht stammen von einem Freund, der ein solches Praktikum gemacht hat und aus eigener Erfahrung.
Fazit International Development Congress Nigeria
Wie ich euch schon versprochen hatte kommt hier endlich mein Fazit zum International Development Congress in Nigeria.
Eine Woche lang waren wir damit beschäftigt die Development Traineeships von AIESEC zu verbessern und attraktiver zu machen. So zumindest die Ankündigung denn es kam doch etwas anders.
Die Konferenz verlief etwas chaotischer als man das aus Europa kennt. Zeitpläne und Agendapunkte wurden ohne anzukündigen geändert und alles andere wirkte auch etwas missorganisiert.
Vom angekündigten Programm wurde leider recht wenig behandelt, die Diskussionen waren sehr allgemein und oberflächlich und meine Erwartungen wurden leider gar nicht erfüllt.
Die Konferenz aber auch nicht so schlecht. Wir hatten jede Menge Spaß und konnten Menschen aus den verschiedensten Afrikanischen Ländern treffen und kennen lernen. Das stellte sich für uns als recht interessant heraus, da wir sehr viel über den Kontinent und seine Bewohner lernen konnten. Wer dazu mehr wissen will schreibt einen kurzen Kommentar und ich beantworte dann alles ganz ausführlich. Ihr könnt euch sicher vorstellen dass während einer Woche jede Menge Eindrücke zusammen kommen und es sehr lange dauern würde hier alles nieder zu schreiben. Daher haben wir ein kurzes Video für euch zusammen geschnitten um euch einen kurzen Überblick geben zu können. (ist in Englisch)
Viel Spaß damit.
Link: sevenload.de
Ein paar weitere Bilder gibt es hier>>
Meine Uni und ihre Verwaltung
Gerade habe ich mich mal wieder gefragt, warum in Deutschland alles so extrem kompliziert ist.
Für meine Masterbwerbung brauche ich einen Notennachweis meiner Universität. Sollte ja nicht so schwer sein, dachte ich zumindest. Ich schreibe also eine Mail and die zuständige Person, mit der Bitte mir einen Notenauszug zu schicken und mir die dafür anfallenden Kosten bitte mitzuteilen, dass ich das Überweisen kann, bin ja schließlich im Ausland und kann es nicht persönlich abholen.
Die Antwort kam prompt und leider nicht wie gewünscht positiv. Ich möchte doch bitte einen frankierten Rückumschlag an die Hochschule schicken, damit ich meine Noten bekomme. Hallo, ich bin gerade in Ghana, hab ich doch schon geschrieben. Wie soll ich das denn machen, hier gibt es ja nicht mal einen richtigen Postservice und wenn der dann doch funktionieren sollte kommt es auch nicht nächste Woche an.
Und ich dachte immer in Zeiten der Onlinekommunikation sei so was auch per Mail möglich und man bekommt eine PDF-Datei zugeschickt. Da habe ich mich wohl getäuscht.
Ach ja, und in Englisch bekomme ich das erst recht nicht. Herzlich willkommen Globalisierung.
Weihnachten und so
In Deutschland fällt der erste Schnee und ruft bei der einen oder anderen Person Heimweh hervor. Aber auch hier in Ghana merkt man ganz langsam, dass es auf das Ende des Jahres zugeht. Die Praktikanten fliegen alle nach Hause da ihr Praktikum zu Ende ist oder sie einfach Weihnachten mit der Familie verbringen wollen.
Für mich wird es entspannter, ich bekomme Besuch aus der Heimat und wir werden zwei Wochen lang Ghana erkunden. Ein bisschen auf Schildkröten und Elefanten suche gehen, den Strand bei knapp über 30 Grad genießen und einfach mal nichts tun. Weihnachten und Silvester werde ich daher das erste und vllt. auch letzte Mal in kurzen Hosen verbringen. Was bei dieser Rundreise alles passiert ist werde ich dann im neuen Jahr berichten.
Ich wünche euch nun erst mal frohe Weihnachten und nen guten Rutsch ins neue Jahr.

