ART FOR EYE

International Development Congress - Nigeria wir kommen

Veröffentlicht in AIESEC, Ghana von Benjamin am 21. November 2008

In Nigeria findet nächste Woche der „International Development Congress“ statt. Eine internationale AIESEC Konferenz bei der es um die Entwicklung der Development Traineeships geht. Wir werden dort neue Ziele für das AIESEC Development Programm erarbeiten und alles mit Teilnehmer aus der ganzen Welt diskutieren.

Bis es aber so weit war, dass wir dort auch wirklich hinfahren konnten hat es nun fast einen Monat gedauert und bis kurz vor Abflug war nicht sicher ob es überhaupt etwas werden würde.
Zu allererst musste einmal die Apllication Form nach Nigeria geschickt werden, dass wir überhaupt eingeladen werden. Das Prozedere war noch recht einfach zu handhaben. Viel schwieriger war es danach den geeigneten Weg für die Reise zu finden. Sollen wir per Bus durch Togo und Benin fahren oder doch lieber per Flieger direkt nach Lagos. Eine Entscheidung die nicht ganz einfach zutreffen war, da sie mit viel Geld zusammenhängt. Der Bus ist generell billiger aber keiner konnte uns genau sagen was die Vorrausetzungen für die Visa der verschiedenen Länder sind, die wir passieren müssen. Eine Information die in Ghana anscheinend jeden Überfordert und wir auch die ersten sind, die diese Reise überhaupt unternehmen. (Zumindest als Europäer, Ghanaer brauchen kein Visa). Nach langem hin und her haben wir es schließlich geschafft einen Teil des Fluges gesponsert zu bekommen und so wurde alles für uns recht erschwinglich. Die Entscheidung viel ebenfalls sehr schnell und nun fliegen wir am Sonntag nach Lagos.

Das Visa zu bekommen war ein weiteres Problem. Nigeria verweigert gerne den Europäern ein Visa in ihr Land, da es andersrum genauso ist. Aus Europäischer Sicht ist es allerdings gerechtfertigt, da einige Nigerianer mit gefälschten oder unechten Dokumenten versuchen in ein anderes Land zu reisen. Aus Rache wird das dann den Europäern ebenfalls versagt. Das Ganze hat Sonja zu spüren bekommen, sie sitzt bei Schnee- und Regenschauer in Hamburg und wartet immer noch. Sie werden wir leider nicht mehr auf der Konferenz treffen. Unser Visaantrag ging dann wohl auch nur so schnell über die Bühne, da der Konsulat „für seine alles tut“. Er war die letzten fünf Jahre in Deutschland stationiert. Glück für uns.

Nun geht es also am Sonntag für eine Woche in ein Land, das allgemein als sehr gefährlich gilt. Wir sind ganz gespannt was uns in Nigeria erwartet und was alles auf der Konferenz passieren wird. Ein ausführlicher Bericht folgt dann in zwei Wochen.

Müll im Paradies

Veröffentlicht in Ghana von Benjamin am 10. November 2008

Ich muss heute mal über ein Thema schreiben, dass hier in Ghana zwar über all behandelt wird, dem aber trotzdem jeder aus dem Weg geht.

Ada-Foah

Am Wochenende waren wir in einem sehr schönen Beach-Ressort an der Volta Mündung. Auf der einen Seite das Flußdelta mit ruhigem Wasser, vielen Fischen und einem kleinen Dorf. Auf der Anderen dir raue See mit grandioser Brandung und einem traumhaften Strand. Grandioser Strand aber nur in sofern, wenn man den ganzen Müll ausblendet der dort herumliegt.

Der Müll ist eines der größten Probleme in Ghana oder ich denke sogar in ganz Afrika. Das kommt letztendlich daher, dass die Infrastruktur für eine geregelte Müllentsorung fehlt. Was anfällt wird in der Regel an Ort und Stelle entsorgt, sprich auf den Boden geworfen. Es gibt zwar eine staatliche Müllabfuhr, die aber mit der jetzigen Lage total überfordert ist. Dazu kommt ebenfalls, dass alles in Plastiktüten verkauft wird. Kauft man eine Rolle Klopapier, ist die einzeln eingeschweißt und wird einem in einer schwarzen Tüte, natürlich aus Plastik, mit auf den Heimweg gegeben. Das Gleiche passiert mit dem Trinkwasser. Das Wasser, das man auf der Straße kaufen kann wird in Plastikbeutel á 500ml angefüllt. Diese beiden Produkte (Wasserbeutel und schwarze Tüte) stellen die größte Verschmutzung dar die man den ganzen Tag über sieht.

Das war dann auch das Problem das den Strandtag etwas verschmutzt und mal wieder auf die aktuelle Lage des Landes aufmerksam gemacht hat. Der Strand und die Brandung ist überfüllt mit beschriebenen Plastikabfällen. Das interessante an der Sache ist aber auch, dass die Leute die mit diesem Flecken Erde ihr Geld verdienen nichts dagegen machen. Jeden Morgen kurz vor Sonnenaufgang kommt geht ein einsamer Mann über den Strand und kehr alle Plastikreste, die über Nacht angespült wurden, auf einen Haufen und schiebt sie in eine Ecke, in die sich kein Tourost verirren würde. Das war es dann auch schon. Richtig entsorgt wird nicht, da es einfach zu teuer und mit zu viel Arbeit verbunden wäre. Die Situation wird hingenommen wir sie ist und auch nicht weiter darüber nachgedacht bzw. geredet.

Nichts desto trotz war es ein schönes Wochenende. Wenn ihr auf den Fotos ab und zu mal was weißes auf dem Sand aufblitzen seht ist es kein Schnee sondern eine Plastiktüte. Viel Spaß beim anschauen

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aufgefallen: US Präsidenten

Veröffentlicht in aufgefallen von Benjamin am 05. November 2008

Beim allmorgendlichen Stöbern im Netz bin ich auf den Illustrator gestoßen Patrick Moberg, der ein paar schöne Grafiken zu den US Präsidenten gemacht hat. Das Bild zeigt auf jeden Fall sehr deutlich den angestrebten Wandel.

Bergfest und Zwischenfazit

Veröffentlicht in Ghana von Benjamin am 01. November 2008

Genau drei Monate ist es her, dass ich in Frankfurt in den Flieger gestiegen bin um meine Reise in ein Land anzutreten, dass ich nicht kannte und mir bis dahin auch überhaupt nichts darunter vorstellen konnte. Nach einem wahrhaftig interessanten Flug wurde ich in Ghana sehr freundlich aufgenommen und erst einmal mit einer fremden Kultur konfrontiert. Eine der ersten Fragen war, wie ich die Ghanaischen Mädchen finden würde. Total übermüdet und bei völliger Dunkelheit viel meine Antwort nicht zur vollen Zufriedenheit aus. Machte aber auch nichts, denn ich bekam genug Zeit alles zu erkunden und dann die „richtige“ Antwort zu geben. Eine weitere Interessante Erfahrung nach meiner Ankunft war ein Plastikbeutel, der mir kommentarlos in die Hand gedrückt wurde. Auf meine Frage was es denn sei, hieß es nur: „Wasser, was sonst?“ Aha, hier trinkt man Wasser also nicht aus der Leitung (was klar ist) oder aus Flaschen (was zu teuer ist). Man hat Plastikbeutel, die einen halben Liter fassen. Ein Ecke aufgebissen und schon fließ das kühle Nass in den Mund. Hat man allerdings nicht viel Durst solle man davon ablassen oder den Rest wegschütten, verschließen kann man sie logischerweise nicht. Die Tüte wird am Ende ganz selbstverständlich auf die Straße geschmissen. Nach meiner ersten Nacht zusammen mit mehreren Leuten in einem Zimmer bin auch ich in Ghana angekommen. Das ist also das Land, in dem ich das nächste Jahr leben werde.

Nach einer sehr kurzen Zeit habe auch ich realisiert, dass das Land super ist. Man kann es mit keinem anderen vergleichen in dem ich bis jetzt war. Die Menschen sind sehr freundlich und offen. Sie wollen alle Naselang wissen woher man kommt, was man macht und vor allem wissen, wie es einem gefällt. Und auch hier die sporadische Frage, was man denn von den Frauen halten würde.
Man lernt sehr schnell sehr viele Leute kennen und so hat sich mein Freundeskreis in Ghana recht schnell vergrößert. Das gibt einem eine gewisse Sicherheit, dass kein Wochenende langweilig sein wird. Anfangs lebte ich in einem Haus mit dem seltsamen Namen „Oboruni House“. Oboruni steht für „Weißer Mann“ und symbolisiert Reichtum. Daher wird man auch jederzeit auf der Straße angesprochen ob man nicht etwas Geld für jemanden hätte, ihm ein Flugticket oder ein Auto kaufen möchte oder aber nicht sogar seine Frau haben will. Eine weiße Hautfarbe hebt einen hier schon ziemlich vom Rest ab, leider nicht nur optisch. Dementsprechend wird man auch öfters mal über den Tisch gezogen in dem einem ein höherer Preis berechnet wird. Auch damit lernt man umzugehen und richtig zu verhandeln.

Nicht nur die Menschen selbst, sondern auch die Landschaft ist unbeschreiblich. Anfangs konnte ich nicht so viel besichtigen, da ich sehr eingespannt war. In den letzten Wochen hatte sich das aber geändert und ich war immerhin entlang der Küste schon etwas unterwegs. So ergaben sich die Chancen wie ein WM Qualifikationsspiel am Spielfeldrand zu sehen, den Urwald zu erkunden oder einfach einen gemütlichen Tag an traumhaften Stränden zu verbringen.

Stellt euch mal vor, ihr seid auf dem Weg vom Mittagessen zurück zum Büro und eine Frau mit einem großen Teller auf dem Kopf, gefüllt mit Mangos, kommt euch entgegen. Man muss sie einfach nur ansprechen und schon bekommt man diese Frucht, die sich problemlos am Gaumen zerdrücken lässt, in Mundgerechte Stücke geschnitten. Der perfekte Nachtisch und das für knapp 30 Cent. Ein Traum.

Die Arbeit, eine sehr spezielle Erfahrung. Zu allererst, man muss warten lernen. Hier besteht so ziemlich alles aus warten, was einem Europäer der eher an durchorganisierte Arbeitsabläufe gewöhnt ist, nicht immer einfach fällt. Aber man gewöhnt sich auch daran.
Anfangs war meine Aufgabe in einem Bereich, der eigentlich nicht in meiner Jobdescription enthalten ist. Es hieß ich solle eine Sonntagszeitung designen, da die eigentliche Person krank ist. Die war allerdings so lange krank, dass ich zwei Monate auf dieser Position fest saß und nichts anderes machen konnte. Im nachhinein vermisse ich die Arbeit ein bisschen, denn im Redaktionsbüro ging es immer ganz lustig zu. Inzwischen bin ich damit beauftragt, die Online- und interne Kommunikation des Unternehmens aufzubauen bzw. zu verbessern. Die Aufgabe liegt mir schon mehr und ist auch ganz interessant, da man viel über das Onlineverhalten des Landes mitbekommt. Darüber habe ich z.B. auch rausgefunden, dass viele Leute das Wort Internet zwar kennen sich aber nichts darunter vorstellen können. Leider muss ich sagen, dass das auch schon alles ist, was ich hier lernen kann und die Auslastung mit Arbeit hat in der letzten Zeit sehr abgenommen, da neue Projekte, die man sich sucht, nicht unterstützt werden bzw. einfach auf sehr geringes Interesse stoßen. Ich wurde inzwischen in die Schublade geschoben, dass man mich für alle möglichen Design-Aufgaben hervorholt, wenn wieder Not am Mann ist. Das bringt mir nicht sonderlich viel.

Daher habe ich beschlossen das Praktikum zu verkürzen, zumal in Deutschland spannendere Aufgaben auf mich warten. So werde ich im Februar, nach einem halben Jahr in Ghana wieder zurück kommen.

Nichts desto trotz, ist es eine super Erfahrung und ein grandioses Abenteuer das jeden Tag neue Herausforderungen mit sich bringt. Ich genieße es und würde jedem empfehlen das Gleiche zu tun.

So viel zu meinem Zwischenfazit