eine Maus in der Vorlesung
Die Sendung mit der Maus…. jeder kennt sie und fast jeder hat sie als Kind geliebt. Es war wieder Sonntag Vormittag halb 12 und man durfte endlich wieder vor den Fernseher sitzen.
Ich habe diese halbe Stunde, mit all ihren verschiedenen Titeln geliebt. Ob Kaptain Blaubär seine Geschichten erzählt oder Armin uns über die verschiedensten Dinge des Lebens aufgeklärt hat. Es war immer wieder eine schöne und interessante halbe Stunde.
Gestern saß ich in der Vorlesung von Professor Hilmer, der uns im Rahmen der Mediengschichte die Entwicklung des Fernsehens näher brachte.
Jeder, der studiert hat, kennt wahrscheinlich die Situation, dass der Vorlesungsaal komplett besetzt ist, die Luft nicht besser wird und man eigentlich noch die Müdigkeit der letzten Nacht in den Knochen hat. Die Motivation bei einem Thema wie Geschichte, dass einen vom Namen her schon abschreckt, aufzupassen ist eher sehr gering.
Diese Situation ist bei den Dozenten in der Regel bekannt und manche entwickeln eine interessante Gestaltung ihrer Vorlesung, dass Studenten auch wieder aufpassen.
So komm ich zur Maus zurück, denn es hieß mal wieder, „wir schauen uns jetzt noch einen Film an. Bitte passen Sie auch auf“. Und schon erschien die Maus auf der Leinwand.
Man kann sich die ganze Situation jetzt so vorstellen:
Hier sitzen ca. 150 Studenten im Raum und 80% schauen starr auf ihren Laptopbildschirm. bekommen nicht viel von ihrer Umwelt mit und schenken dem Professor nicht viel Beachtung.
Aus den Lautsprechern schallt der Jingel der Maus über die schlafende Menge hinweg und die Köpfe tauchen auf. So ziemlich jeder klappt seinen Laptop zu und beginnt interessiert der Stimme Armins zu folgen, wie er die Entstehung des Fernsehens in Deutschland erzählt und mit vielen Bildern visuell darstellt.
Die Faszination Maus hält also immer noch an. Ob als Kind oder als Student. Die Themen werden interessant erklärt und medial optimal aufbereitet.
Was wir beim schauen der Sendung festgestellt haben ist, dass auch hier schon viele Fachbegriffe verwendet wurden, die man als Kind sicher noch nicht gekannt hat. Oder wusste man mit 11 schon was eine Mattscheibe ist?
Der Lehrinhalt dieser Sendungen sind doch sehr hoch und auf jeden Fall empfehlenswert.
Das hat auch der WDR gedacht und auf der Internetseite der Maus einen Videopodcast zur Verfügung gestellt. Hier findet man alle Sendungen die mit Armin ausgestrahlt werden, die man sich auf den Rechner runterladen kann.
Die Maus lebt immer noch und bildet auch die Studenten in Mittweida weiter.
billig Bahn fahren
Bahn fahren. In den letzten Tagen eine ziemlich schwierige und vor allem langwierige Angelegenheit.
Die Bahnangestellten streiken und vorderen fairere Löhne. Die Züge haben Verspätung oder fahren teilweise gar nicht. Es kommt oft vor, dass man nur per Bus von einem Ort zum Anderen kommt.
Ein Problem, das dem Ruf der Bahn gerade nicht so gut tut.
Bei langen Fahrten kommt dann noch der hohe Fahrkarten Preis dazu und schon ist die Stimmung gegenüber dem Unternehmen am Boden.
Am Wochenende habe ich von einer Freundin eine schöne Methode zur Verbesserung der Situation bekommen.
Bündnis 90 / Die Grünen haben bei der Deutschen Bahn eine Großkundennummer und diese vor einiger Zeit im Internet veröffentlicht. Irgendwie hatte ich das vergessen und bin jetzt doch ganz froh, noch mal etwas darüber zu hören.
Die Grünen wollen jeden Unterstützen, der mit der Bahn fährt und so umweltbewusst reist. Aus diesem Grund haben sie ihre Großkundennummer veröffentlicht und sie jedem Bahnfahrer zur Verfügung gestellt.
Das Ganze System funktioniert, ganz ohne negativen Nebeneffekt, folgendermaßen:
Ihr kauft euch ein Bahnticket am Schalter, als wäre es eine normale Fahrt. Ihr könnt euer Ticket mit Bahncard und allem zusätzlichen Komfort ordern. Allerdings sagt ihr dem kompetenten Mitarbeiter, dass ihr das Ticket gerne mit Großkundennummer wollt.
Nach ein oder zwei komischen Blicken fragt euch dieser nach der Nummer. Diese lautet folgendermaßen:
21 00 464
Und das war es dann auch schon.
Der schöne Nebeneffekt ist, dass ihr zu den zusätzlichen Prozenten der Bahncard noch mal ungefähr 7,5 % bekommt. Auf langen Strecken spart man so doch eine ganze Menge an Geld, vor allem wenn man viel fährt. (Klappt auch ohne Bahncard)
Das Ganze funktioniert immer auf den Normalpreis der Bahn. Also nicht bei 29 € - Tickets und anderen Sonderaktionen und auch nur am Schalter. Das ist der kleine Nachteil an der ganzen Sache. Aber sonst, vielen Dank an die Grünen.
Und wenn noch mehr Personen mit dieser Nummer fahren, steigt die Prozentzahl und die Tickets werden noch billiger. Also weitersagen.
Fazit - CEED in Venezuela
Nach zwei Wochen bin ich wieder im Alltag und habe das Erlebnis in Venzuela schon fast vergessen….. Nein, so schlimm ist es nicht.
Zwei Wochen sind seit meinem Abschied in Barquisimeto vergangen und ich hatte inzwischen Zeit das Erlebte zu verarbeiten und zu realisieren, was überhaupt alles passiert ist.
Ich möchte euch hier ein Resümee meines CEEDs in Venezuela geben.
Ein CEED ist ein interkulturelles Austauschprogramm, dass man in der Studentenorganisation AIESEC machen kann. Dabei fährt man in ein anderes Land, wohnt in Familien der AIESECer und arbeitet im dortigen Lokalkomitee. Dadurch bekommt man die Chance, ein Land in einer recht kurzen Zeit sehr gut kennen zu lernen.
Ich kann auch meiner jetzigen Erfahrung berichten, es funktioniert wirklich. Ich war genau 9 Wochen in Venezuela und weiß nun einiges über das Leben und das Land.
Aber zurpck zu meinen Tätigkeiten.
Ich hatte mich eigentlich beworben um den AIESECern dort bei der Öffentlichkeitsarbeit und dem Marketing zu helfen. Dieser Bereich war in Barquisiemto bis vor kurzem nur mit einer Person besetzt und er benötigte Hilfe. Durch das mein Studium in PR & Kommunikationsmanagement sah ich das als gute Chance an, mein erlerntes Wissen in der Praxis zu testen.
Doch als es soweit war, ich in Venezuela ankam, war alles ganz anders. Wir haben das komplette Lokalkomitee, das nur aus 4 Personen bestand, erst einmal komplett neu strukturiert und von Grund auf neu aufgebaut. Mit diversen Analysemethoden wurde die aktuelle Situation evaluiert und neue Ziele für das nächste halbe Jahr gesetzt, eine neue Strategie aufgestellt mit der man das Lokalkomitee voranbringen kann und ein Plan entwickelt, mit dem man neue Member werben kann.
Die Memberwerbung ging auch direkt los und wir konnten einen recht großen Erfolg verbuchen. Jetzt sind sie 25 Member und alle sind motiviert AIESEC voran zu bringen und die neuen Pläne umzusetzen.
Ich habe viel über die Mentalität und die Arbeitseinstellung der Südamerikaner gelernt. Sie arbeiten nicht so zielbewusst und strickt wie die Europäer. Ebenfalls sind Termine nur sekundär, hat meinen einen Termin um 10 kann es gut mal vorkommen, dass das endgültige Gespräch dann erst um 12 stattfindet. Was im Grunde nicht schlimm ist, denn es funktioniert trotzdem alles und alle Aufgaben werden erledigt.
So sah mein Arbeitsalltag aus. Ich saß viel vor dem PC und habe Berichte und Konzepte geschrieben. Aber das war noch lange nicht alles.
Die Landschaft und das Land musste ja schließlich erkundigt werden.
Und dazu gab es jede Menge Leute, die mir sehr gerne ihr Land gezeigt haben. Jedes Wochenende ging es an einen anderen Ort. Interessante und schöne Strände, hohe Berge und ab und zu ein kühler Wind haben das ganze recht abwechslungsreich gestaltet.
Venezuela ist ein sehr unterschiedliches Land, man liegt am Strand und 100 km entfernt gibt es Berge, die über 1000 Meter hoch sind. Diese Kontraste habe ich in so kurzer Entfernung nur in Norwegen erlebt. Und alles ist hier sehr grün. Nicht ein Grün, wie wir es aus Europa kennen, es ist sehr viel intensiver und dunkler.
Ebenso gibt es aber auch trockene und öde Ebenen, in denen man sich nicht so gerne aufhällt, da es keine schattenspendenden Plätze gibt. Denn heiß ist es überall, 25 – 38 Grad täglich. Wenn kein Wind geht ist es ziemlich unerträglich.
Das veranlasst die die Menschen auch dazu ständig eine Klimaanlage laufen zu lassen. Man kann sagen, sie sind süchtig danach. Überall wo man hinkommt wird die Luft künstlich runter gekühlt. Auch wenn es eigentlich ganz angenehm ist, werden diese Maschinen angeworfen. Und sollte es dann mal zu kalt sein, wird eben wärmere Kleidung angezogen.
Daran kann man auch erkennen welchen Lebensstiel die Venezoelaner pflegen. Sie machen sich kaum Gedanken über Umwelt und über Rohstoffe. Auch wen Venezuela ein Dritte-Welt-Land ist, ist es doch eines de reichsten der Welt. Es gibt enorme Erdölvorkommen und das Land ansich ist recht reich, nur wird das Geld nicht an die Bevölkerung weitergegeben. Das macht das Land doch wieder recht arm. Wobei das Benzin billiger ist als Wasser und daher gibt es jede Menge Autos, die sich absolut nicht nach den aktuellen Klimabestimmungen richten.
Auch in den großen Städten sieht man diesen Kontrast recht stark. Es gibt sehr reiche Viertel allerdings aber auch Stadtteile, in denen man nicht mal fließendes Wasser hat.
Wie gesagt, ein Land mt starken Kontrasten.
Die Menschen, die ich kennen gelernt habe und mit denen ich die 9 Wochen über unterwegs war, sind einfach super. Ich habe schon lange nicht mehr so offene Personen getroffen, Jeder möchte mit einem reden und interessiert sich dafür, wo man herkommt, was man macht und wie es einem in Venezuela gefällt. Ich wurde von der ersten Minute an super aufgenommen und habe viele neue Freunde gefunden.
Zum Schluss als kurze Zusammenfassung, ich kann nur jedem empfehlen, genau das Gleiche zu machen wie ich. Wenn ihr diese Chance bekommt, nehmt sie war, denn ihr werdet einiges lernen. Nicht nur für den Beruf auch fürs Leben. Ich habe einiges gelernt und Spaß gemacht hat es auch.
